Feldbergerhof 1864
Wer heute auf
den Feldberg wandert oder fährt, findet ein herrliches Naturschutzgebiet durch
Wege, Straßen, Lifte und Lokale erschlossen, Die Besucherströme werden durch
Ranger gelenkt, um die Natur zu erhalten. Das war nicht immer so…
1848/49 wurde
ein Karrenweg von Todtnau, Zeiger, Bärental, Altglashütten nach Lenzkirch
gebaut. Davor gab es nur Trampelpfade. Die heutige Trasse war erst 1885 gebaut
worden und erhielt 1934 eine Teerdecke. Ein größere Aufmerksamkeit erhielt der
Feldberggipfel erst durch den Bau des 12m hohen Friedrich-Luise-Turms anläßlich
der Vermählung des Großherzogpaars. Ansonsten gab es nur die verschiedenen
Viehhüten, die teilweise den einsamen Wanderer Trank und Vesper boten. Die
Gemeinde Feldberg wurde erst 1939 von der Reichsregierung gegründet, ohne die
beteiligten Gemeinden zu fragen.
Verschieden
Bürger -genau 14 Einwohner aus Menzenschwand- gründeten 1860 eine
Aktiengesellschaft mit dem Ziel ein Gast- und Kurhaus auf dem Feldberg zu
bauen. Aber die Gemeinde Menzenschwand gab kein Gelände ab. Darauf wandten sich
die Aktionäre an die Fürstlich Fürstenbergische Verwaltung, die ihnen an der
Menzenschwander Gemarkungsgrenze, aber auf Gemarkung Bärental, zwei Morgen
Grasweide mit etwas Wald überließ. So wurde 1863 mit dem Bau des Feldbergerhof für
13000 Gulden begonnen. Spätere etliche Erweiterungsbauten wurden auf
Menzenschwander Gemarkung ausgeführt, so dass bei der Gründung der Gemeinde
Feldberg 1939 die Gemarkungsgrenze zwischen Bärental und Menzenschwand durch
den Hotelkomplex verlief.
In der lokalen
Zeitung wurde zur Eröffnung 1824 über den neu errichteten Feldbergerhof
berichtet: “Das Kurhaus steht vor Zuglüften geschützt, an einem Tannenforst
angelehnt, der schattige Spaziergänge darbietet. Der Gasthof hat außer
Speisesaal und Wirtshauszimmer, 18 Gastzimmer mit 21 Betten. Während sich die
Luftkur von selber darbietet, kann auch Mineralwasser und Molkenkur gebracht
werden. Die Bedienung ist eine prompte, die Preise mäßig und die Gefälligkeit
des Wirtes unerschöpflich”.
Schon 1864
werden 800 Übernachtungen gezählt, darunter 58 Schweizer, 44 Franzosen und 40
Engländer. Aber im Kriegsjahr 1870 hat sich der Zahl der Übernachtungen schon
halbiert. Zu verzeichnen waren laut Gästebuch natürlich die bekannten Maler in
jener Zeit, aber auch die Professoren der Universitäten Freiburg und Heidelberg
kamen auf den Feldberg. 1866 trafen sich bekannte Uhrenfabrikanten und
Kaufleute jener Zeit aus Lenzkirch darunter Albert und Nikolaus Tritscheller
sowie Franz-Josel Faller, um ein Zeichen zu setzen.
Aber all die
positive Eintragungen im Gästebuch konnten nicht das große Problem überdecken –
das Hotel rentierte sich für den Pächter kaum, da die langen Wintermonate das
im Sommer Verdiente wieder auffraßen. Es wurde berichtet, dass Augustin Mayer
in Fellkleidung, Schneereifen und Bergstock öfters in den einsamen
Wintermonaten mit seinen beiden Bernhardiner Hunden unterwegs war, um nach
Verirrten oder Vermissten zu suchen. So gab Maier Ende 1868 das Pachtverhältnis
resigniert auf. Sein Nachfolger Reinhold Beckert hielt es 8 Jahre auf dem
Feldbergerhof aus. Emil Hiss, der nächste Pächter schaffte es drei Jahre bis
1879. Hiss hatte aber einen jungen Gehilfen, Carl Mayer, eingestellt, der dann
den Feldbergerhof pachtete und 1885 käuflich erwarb (siehe: Was verbirgt sich
hinter Fanny Maier)
Eine Besserung
auf dem Feldberg trat langsam erst 1891 ein, als mit dem französischen
Diplomaten, Dr Pilet, der erste Schneeschuhläufer auf dem Feldberg auftauchte
und eine Wintersaison langfristig einläutete.