Tiefenbronn südlich von Pforzheim am Übergang des Schwarzwalds zum Oberen Gäu gelegen mit seinem gut 6.000 Einwohnern im Enzkreis ist bekannt für seine Kirche.
Die eher
unscheinbar wirkende gotische katholische Pfarrkirche St Maria Magdalena in
Tiefenbronn beherbergt bedeutende Kunstschätze.
St Maria Magdalena
ist eine Schenkungskirche, die in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmalig
mit dem Ort erwähnt wird. Fromme Stiftungen in den Jahren 1347 und 1395
bezeugen das alte Marienpatrozinium der Tiefenbronner Kirche mit ihren Wallfahrten.
1621 wird erstmals statt der Jungfrau Maria das Patrozinium der hl Maria
Magdalena (Patrozinium 22.7.) genannt, das 1683 päpstlich bestätigt wurde.
Die Kirche
beherbergt fünf spätgotische Altäre: Der Hochaltar
von Hans Schüchlin (1469) ist eine der bedeutendsten Flügelaltären
Südwestdeutschlands. Der geöffnete Altar zeigt alle wichtigen Szenen aus der
Passions- und Ostergeschichte. Das große Retabel mit beidseitig bemalten
Flügel, Predella und Gesprenge ist ikonographisch ein Marien- und
Passionsaltar. Der Magdalenenaltar
von Lucas Moser (1431/32) an der Stirnseite des rechten Seitenschiffes ist dem
Thema Reue-, Buße-Umkehr gewidmet, exemplarisch dargelegt am Schicksal der hl
Maria Magdalena. Die Tafelbilder zeigen im oberen Bereich das Gastmahl und die
schöne Sünderin, links die Irrfahrt auf dem Meer, mittig die Rettung und
Mission in der Heidenstadt, rechts die letzte Kommunion und unten die fünf
klugen und die fünf törichten Jungfrauen. Der Altar ist ein Hauptwerk der
deutschen Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts von europäischem Rang. Daneben gib
es den Muttergottes-Altar (1517) im
nördlichen, den Kreuzaltar (1524) im
südlichen Seitenschiff und den Familien-Altar
(1520) unter der Orgelempore.
Drei
Altärewand-Gemälde (1400) an der Stirnseite des Langhauses. Daneben gibt es in
der Kirche wunderschön erhaltene Glasfenster (um 1370 in Straßburg entstanden)
mit Szenen aus dem Marienleben, Maria und Maria Magdalena, die Patroninnen
dieser Kirche sind als zwei Stein-Skulpturen von etwa 1350 vertreten, einer
wertvollen Turmmonstranz (um 1500) im Chorraum, einem eindrucksvollen
Chorgestühl (um 1500) und einen wertvollen Sakristeischrank von 1464.
In den letzten
Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche schwer beschädigt. Von 1947 –
1951 wurde das Kircheninnere umfassend renoviert.
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| Magdalenenaltar |



