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| Heidenwuhr mit Abzweigung |
Der südliche Schwarzwald ist eine typische Gletscherlandschaft mit tiefen Trogtälern und trockenen Hochebenen, aus denen das Wasser rasch abstürzt. Die Wuhren waren künstlich angelegte Wasserläufe mit geringem Gefälle, die das verhinderten. Aus den Hochebenen von 700 bis 800 m Höhe mit wasserreichen Gletschermulden wurden entwässert und trockene, tiefer liegende Gebiete mit wenig Wasservorkommen versorgt und für landwirtschaftliche Erzeugung nutzbar gemacht. Mühlen aller Art, Sägen, Hammerwerke, Dorfbrunnen oder später Gewerbe- und Industriebetriebe und deren Turbinen mussten mit Wasser versorgt werden. Es gibt 3 größere Wuhrensysteme
Heidenwuhr: 10 km lang. Beginnt in einer
Wiese bei Atdorf als „Schneckenbach“. Der größte Teil des Baches wird unterhalb
von Atdorf bei der „Hasnrütti“ gefasst und fließt in vielen Windungen zwischen
Bergalingen und Willaringen durch, Jungholz und am Kühmoos vorbei. Schließlich
auf den letzte 70 m durch einen Stollen in den Bergsee, und aus diesem wieder
im Stollen heraus. Mehrere Kanäle dienten zur Versorgung einzelner Betriebe und das zog sich bis nach Bad Säckingen und als „Gießen“ zum Rhein hinunter. Der Bergsee
diente seit 1805 als Ausgleichsbecken zur Gewährleistung einer konstanten
Wasserversorgung.
Hännerwuhr: 11,5 km lang. Entnimmt nördlich
von Hottingen aus der Murg Wasser (Parkplatz), führt es beim Dreispitz über die
Wasserscheide, verläuft im Wald bis bis zur Wasserteile oberhalb Hänner und
vereinigt sich in Oberhof mit dem Sägebach Bei Oberhof lief es sogar über Dämme, Brücken und über die Straße und führt bei Laufenburg in den Rhein. Die
älteste Urkunde des Hännerwuhrs stammt von 1207 zwischen der Fürstäbtissin von
Säckingen und dem Grafen von Habsburg. Den Unterhalt des Wuhrs wird heute von
einer Genossenschaft geleistet.
Hochsaler Wuhr: 21,4 km lang. Sie beginnt im
Quellgebiet der Murg südlich von Herrischried, Hogschier, bei Oberwihl wird
sogar die Wasserscheide überwunden. Das Hochsaler Wuhr hat das Seltenwuhr
als seitliches Wuhr zur Verstärkung der Wassermenge hinzu, und von ihr zweigt
1,3 km nördlich von Rotzel das Rotzelwuhr (1,8 km lang) mittels Wasserteiler
ab. Das Rotzelwuhr vereinigt sich mit dem Andelsbach und fließt bei Laufenburg
in den Rhein. Das Hochsaler Wuhr verzweigt sich dann nochmals in zwei Arme. Der
eine fließt bei Luttingen, der andere bei Laufenburg in den Hochrhein. Die
älteste Urkunde weist von 1335 des Klosters Säckingen auf eine
„wasserfurte“ hin. Der Unterhalt der Wuhre leistet heute der Wasser- und
Bodenverband „Hochsaler Wuhre“
Zu
den drei genannten größeren Wuhrensystemen kommen neben anderen kleinen Wuhren
noch das Rüsswihler Wuhr 2,7 km lang bei Rüsswhil südlich von Görwihl,
hinzu
Eine
technische Meisterleistung war sicher das Berauer Wuhr (ursprünglich 10
km lang), das als ehemalige Wuhr inzwischen wieder freigelegt wurde. Es
führte Wasser der Mettnau nach Berau, um das Kloster Berau mit Wasser und zusätzlich
zwei Mühlen zu versorgen. So wurde auf der Höhe mit Wasser aus der Mettma die
Klostermühle angetrieben. Vieles spricht dafür, dass das Wuhr nicht 1117 mit dem Kloster errichtet wurde sondern aus
der Bronzezeit stammt.
Das
Wassersystem der Wuhren ist schon sehr alt. 1207 bestätigt eine Urkunde einen
Vergleich zwischen dem Kloster Säckingen
und dem Grafen Habsburg-Laufenburg über den Wasserverbrauch aus dem Heidenwuhr.
Die älteste Urkunde vom Hännerwuhr stammt ebenfalls von 1207, vom Hochsaler
Wuhr von 1453.
Für
die Verteilung des Wassers bestanden genaue Absprachen, die auf Holztafeln
geschrieben waren und später als Wässerungsbriefe wichtige Dokumente der
Eigentümer waren. Nach den Ortsvögten war der Wuhrenknecht der wichtigste Mann
im Dorf und der Umgebung. Er wurde vom Wuhrenausschuß und dem Wuhrenmeister
gewählt, eingesetzt und überwacht, denn die Einhaltung der seit Jahrhunderten
geltenden Wuhrenordnung war die lebensnotwendige Voraussetzung für das
Funktionieren der Wirtschaft im Hotzenwld.
| Hännerwuhr mit entnahmestelle aus der Murg |








