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| Vorsperre Freizeit |
Die Nagold, einer der bedeutenden Schwarzwaldflüsse, entspringt in Urnagold, einem Ortsteil von Besenfeld in der Nachbarschaft nördlich von Freudenstadt. Heute haben sich die verschiedenen kleinen Gemeinden zur Gemeinde Seewald zusammengeschlossen. Sein Ende findet die Nagold nach 90 km in Pforzheim, da sie dort in die Enz mündet. Sie führen weiter zum Neckar und waren dadurch eine wichtige Floßverbindung über den Rhein nach Holland.
Das riesige
Einzugsgebiet der Nagold entwässert den nordöstlichen Teil des Schwarzwaldes
und bildete immer wieder vor allem im Winter den Grund für verheerende Hochwasser
wie 1851 oder 1947/48 als jeweils das gesamte Nagoldtal überschwemmt war. Schon
um die Jahrhundertwende kam der Plan auf, durch ein Rückhaltebecken oberhalb
Altensteig die Nagold zu zähmen. Der ursprüngliche Plan, eine Talsperre
oberhalb Altensteigs mit 50 Mio m³, der alle Probleme lösen sollte, hätte sich
nur unter größten Schwierigkeiten verwirklichen lassen können. Deswegen
entschlossen sich die Behörden für 4 kleinere Einzelspeicher bei Nagold,
Zinsbach, Waldlach und Steinach. Der größte Speicher sollte aber mit 5,5 Mio m³
Wasser die Nagoldsperre werden. Insgesamt bringen die Speicher insgesamt 15 Mio
m³ Wasser in ihren Becken zusammen.
Die Nagoldsperre
dient dem Hochwasserschutz, lässt in Dürrezeiten mehr Wasser ins Tal fließen,
dient gleichzeitig als Stromlieferant und erbringt 100 KW/h Dauerleistung an
300 Tagen im Jahr. In den letzten Jahren hat sich die Nagoldsperre zu einem
weit über die Region bekannten Erholungspark entwickelt mit Schwimmen, Tauchen,
Segel-, Surf- und Rudermöglichkeiten.
Von 1965 bis
1970 wurde das Projekt Nagoldsperre, das ein Einzugsgebiet von 39 km² beträgt,
verwirklicht. Problem in der Planungsvorphase war, ob der Buntsandstein in
diesem Gebiet sich überhaupt für ein Staubecken eignet. Der bewaldete
Buntsandstein ist stark zerklüftet und deshalb ein ergiebiger
Grundwasserspeicher. Aber für eine Stauhaltung ist er aber nicht dicht genug.
15.000 t Zement wurden im Gebirge eingepresst, um zu verhindern, dass zu viel
Wasser unkontrolliert versickern kann oder der Erddamm möglichweise umströmt
oder unterströmt werden kann.
Die Nagoldsperre
besteht aus Becken: der Vor- und der Hauptsperre. Die Vorsperre mit 422.000 m³,
hat ein Länge von 800 m und besitzt eine Fläche von 87.000 m². Der Damm der
Vorsperre ist 11,50 m hoch, oben 4 m, am Fuß 55 m breit und 147 m lang. Die
nachfolgende Hauptsperre mit 4.500.000 m³, hat ein Länge von 2.050 m und
besitzt eine Fläche von 376.000 m². Der Damm der Hauptsperre ist 32,10 m hoch, oben
9,20 m, am Fuß 145 m breit und 145 m lang.
Das Gebiet um
die Talsperre ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und umfasst eine
Fläche von 650 ha. Segeln und Surfen ist nur auf der Hauptsperre vom 1.4. bis
30.9. erlaubt, Baden dagegen nur in der Vorsperre. Die Vor- und Hauptsperre
dürfen mit kleinen Fahrzeugen ohne Motor befahren werden. Ebenso darf in beiden
Becken getaucht werden.





