![]() |
| Eugen-Keitel-Turm |
Der Schauinsland südlich von Freiburg ist mit 1284 m der Hausberg von Freiburg und nach dem Feldberg, Herzogenhorn und Belchen der vierthöchste Berg des Schwarzwaldes. Wird nach der Vielseitigkeit des Schauinslands gefragt, melden sich die verschiedensten Fans: Bergleute, Wanderer, Rennfahrer, Seilbahnfreunde,aber auch trauernde Hinterbliebene. Jeder hat seine Erinnerungen an dem Freiburger Hausberg.
Der Bergbau machte den Schauinsland überregional bekannt. Schon im
frühen 13. Jahrhundert waren erste Grabungen in der Nähe des Haldenhofes im
Hofsgrunder Teil des Schauinslands dokumentiert. Im Münster zu Freiburg wurden
im 14. Jahrhundert Glasfenster mit ihren Arbeiten von Bergleuten gestiftet. Abgebaut
wurden 700 Jahre Silber, Blei und Zink. Der Bergbau wurde erst 1954
eingestellt. Sicherlich 100 km Stollen haben den Berg ausgehöhlt. Heute dienen
die Stollen unter anderen dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe als Langzeitarchiv. Aber auch dem 1997 gegründeten
Besucherbergwerk “Gegendrum” dienen ein Teil der Stollen, um die schwere Arbeit
der Bergleute dem Besucher näher zu bringen. Unerlaubter Weise diente der
Kapplerstollen aber Schülern, Hebammen und Hausfrauen, um von Kappel nach
Hofsgrund bequem aber für Unerfahrenen gefährlich zu kommen, um nicht über
Schauinsland gehen zu müssen.
Schon sehr früh wurde der Schauinsland auch bestiegen, erster
urkundlicher Beleg stammt von 1347. Im Laufe der Jahre wurden viele Wanderwegen
eingetreten und heute vorbildlich ausgewiesen. Ein Wanderbericht aus dem Jahre
1882 berichtet, dass an verschiedenen Stellen, wo die Waldungen gelichtet
wurden und damit herrliche Fernsicht möglich wurde. Besondere Erwähnung
verdient die mit eingehauenen versehene Felsenkanzel des Stäpfelefels. 1869
wurde ein Rasthaus auf städtischem Eigentum erbaut und ein Jahr später konnte
Josef Schwörer die Restauration im damaligen “Friedrichsruhe” und heutigem “Berghotel”
eröffnen. Seit 1981 krönt der Eugen-Keidel-Turm, eine modern dreieckige
Holzkonstruktion, den Schauinsland. Von ihm hat der Besucher einen herrlichen
Blick über den gesamten Schwarzwald, die Vogesen, bei guter Sicht die Schweizer
Alpen und die Freiburger Bucht.
Die beschauliche Stille wurde seit 1925 jährlich durch Bergrennen
für Autos und Motorräder gestört. Die 12 km lange Strecke von Bohrer bis zum
Rasthaus war ein Holzabfuhrweg. Die Strecke wurde nach und nach ausgebaut.
Namen wie Caraciola, Stuck und von Brauchitsch garantierten Nervenkitzel und
zogen 20.000 Besucher an. Ab 1949 wurden erneut auf der Schauinslandstrecke
Bergrennen veranstaltet. Edgar Barth hatte als erster die
Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h geknackt. Die 173 Kurven mussten
dafür in weniger als 7 Minuten durchrast werden und sorgten für den notwendigen
Nervenkitzel. 1984 hatte der Naturschutz den Motorenlärm besiegt, seit 1987
finden nur noch historische Bergrennen statt.
Um die Jahrhundertwende war das Eisenbahnfieber ausgebrochen: Von
Todtnau nach Kirchzarten das Feldbergmassiv zu untertunneln bzw eine
Gebirgsbahn von Günterstal, Horben, Gießhübel, Halde, Notschrei, Aftersteg nach
Todtnau zu bauen, wurden geplant. Eine Stichbahn vom Gießhübel sollte den
Schauinsland anbinden und damit sollte Freiburg finanziell einbezogen werden.
Aber die Stadt hatte andere Pläne, denn sie plante eine Seilbahn auf den
Hausberg. So standen sich 1925 beide Pläne gegeneinander. Freiburg hat sich
wegen der besseren Realisierung für die Seilbahn entschieden, die 1930
eingeweiht wurde. Sie war als erste Schwebebahn mit zehn Großraumkabinen die
erste Umlaufschwebebahn und transportiert von der Talstation in Bohrer die
Ausflügler zur Bergstation kurz unterhalb des Gipfels. Nach 1988 war die
Seilbahn technisch überarbeitet worden. Heute befördern 37 Kabinen die
Besucherzahl. Die “Kaltwasserabfahrt” bietet im Winter die Möglichkeit von der
Bergstation ins Tal zu fahren.
Auch ein schweres Unglück hat der Schauinsland erlebt. Durch
Leichtsinn verunglückten fünf englische Schüler im Schneesturm Mitte April am
Schauinsland auf der Seite von Hofsgrund. Noch heute erinnert das
“Engländerdenkmal” an den tragischen Unfall 1939. (Siehe: Was verbirgt sich hinter dem Engländerdenkmal am Schauinsland)
![]() |
| Freiburg vom Schauinsland |





