
Feldberg vom Schauinsland
Der Namen “Feldberg”
ist erstmalig 965 in der Klosterchronik von St Blasien als “Veltperch” zu
finden. Ansiedlungen im Feldberggebiet waren 1130 beim Feldsee oder 1238 als
Kloster im St Wilhelminer Tal zu finden. Ab dem frühen Mittelalter diente der
Feldberg als ertrageiches Weidefeld. 1365 zahlte der Vogt von Todtnau einen
Gulden für das Weiderecht. Im Laufe der Jahre bauten die umliegenden Gemeinden
Viehhütten auf dem großen Rücken des Feldberges. So entstanden allmählich die
Todtnauer, St Wilhelminer, Zastler, Baldenweger und Menzenschwander Hütte in
der Einsamkeit des Berges. Begünstigt wurde der Weidebetrieb in jener Zeit
durch den großen Holzverbrauchs des Bergbaus und vor allem der Glashütten.
Vereinzelt verirrten sich auch Besucher auf den Feldberg, wie Fürstabt Gerbert
von St Blasien 1783 in seiner Schrift “Historia Nigrae Silvae” verriet. In
dieser beschrieb er nach der ersten Nacht, wie er und seine Begleiter mit “einer
schleunigsten Flucht über den rauhen, jähen und steinigen Rücken des Berges zu
fliehen hatten”.
Geordnete
Besucherzahlen waren erst mit dem Bau eines Karrenweges 1848/49 von Todtnau, Zeiger,
Bärental nach Altglashütten möglich. So kam zugleich die Überlegung der
Feldberggemeinden auf, anlässlich der Vermählung des Großherzogenpaars in
Erinnerung einen Turm zu bauen. 1858 stand der 12 m hohe
“Friedrich-Luise-Turm”auf dem Gipfel. Damit war der Bann gebrochen: 1863 wurde mit dem Bau des Feldbergerhofs
begonnen, dessen erster Pächter Augustin Mayer aus Menzenschwand war. Während
der einsamen Wintermonaten auf dem Feldberg wird berichtet, dass er oft mit
seinen beiden Bernhardiner Hunden unterwegs war, um Verirrte und Vermisste zu
suchen.1864 wurde der Badische Schwarzwaldverein in Freiburg gegründet.1885
wurde eine neue Straße von Todtnau zum Feldberg gebaut, die erst 1934 eine
Teerdecke erhielt! 1887 wurde die Höllentalbahn eingeweiht, so dass durch die
verbesserte Infrastruktur die Sommerfrischler zunahmen. 1896 wurde ebenfalls
auf dem Seebuck das Bismarck-Denkmal in Gedenken an den ehemaligen Reichskanzler
Bismarck errichtet.
1891 wurde ein
neues Kapitel aufgeschlagen, denn der französische Diplomat Dr Pillet fuhr mit
seinen Schneeschuhen auf dem Feldberg. Ein erschrockener Bauer fragte ihn, wo
er das Fasnetskostüm wohl her habe. Damit war die Wintersaison eröffnet. In
deren Folge entstanden weitere Gasthäuser: Hebelhof 1907, 1914 Jägermatt und
1924 das Caritas-Haus. 1913 war ein neuer 21 m hoher Turm wieder auf dem
Seebuck des Feldbergs vom Schwarzwaldverein erbaut worden, nachdem Todtnau 1877
sich weigert hatte für die Reparaturkosten weiter gerade zu stehen. 1913 war
zur Überraschung der Besucher Artur Faller mit einem Doppeldecker auf dem
Feldberg gelandet. Glücklicherweise wurde der Expansion Einhalt geboten, denn
1937 wurde der Feldberg unter strengen Naturschutz gestellt.
Schwierig für
die Entwicklung des Fremdenverkehrs auf dem Feldberg war, dass verschiedene
Gemeinden hier zusammenstießen: Bernau, Brandenberg, Hinterzarten,
Menzenschwand, St Wilhelm, Todtnau und Zastler. Was nur in Zeiten des 3.
Reiches möglich war, geschah 1939. Mit einem Federstrich wurden den Gemeinden
805 ha Gelände -nämlich das Feldberggebiet- ohne zu fragen enteignet und die
Gemeinde Feldberg aus der Taufe gehoben. Ansprüche der Gemeinden sollten später
geregelt werden. Denn auf dem Feldberg sollte Großes entstehen. Eine 20 km
lange Untertunnelung des Feldberges vom Wiesental bis zur Dreiseeenbahn mit
einem unterirdischen Bahnhof bei der Menzenschwander Hütte, sollte die
Voraussetzung für ein “St Moritz des Feldbergs” sein. Hotels, Sportsiedlungen
mit Olympischen Dorf, Freibad, Eislaufstadition und Rathaus sollten den äußeren
Rahmen geben. Der Zweite Weltkrieg brachte viel Leid und Zerstörung, aber
wenigstens hat er diese gigantischen Pläne verhindert.




