Natürliche Formationen von
Steinen waren stets Anknüpfungspunkt für Mythen und deren Zauber. Im Zuge der
Esoterikbewegung erwachte die Sehnsucht, sich den vorchristlichen Kulturen
zuzuwenden. Naturdenkmäler werden als Kultstätten der Kelten umgedeutet, um sie
zu erklären.
Das Naturdenkmal Solfelsen oder Pelzkappenstein (seit 1950) in der Vorbergzone des Hotzenwaldes liegt auf dem Weg von Brennet nach Rickenbach-Jungholz. Ein Granitklotz 5,4 m hoch mit 88m³ und 230 t Gewicht durch Verwitterung an Ort und Stelle und durch Wegwaschung des Gruses entstanden. Kaufmann Streicher kaufte 1870 das Areal, um zu verhindern, dass es zum nahen Steinbruch einbezogen wurde. Heute befindet sich das Naturdenkmal im Besitz des Schwarzwaldvereines.
Das Naturdenkmal Siebenfelsen (seit 1905) am Ende des Yachtales von Elzach-Yach liegt auf dem Weg zum Rohrhardsberg. Sieben Felsen sind zu einer Formation aufgetürmt, deren Geheimnis noch niemand gelüftet. So bleibt die Vermutung, dass es sich um ein Kulturdenkmal oder gar um eine Opferstätte der Kelten handelt.
Das Naturdenkmal Heidenkirche (seit 1963) liegt am Ende des Harmerbachtales der Gemeinde Oberharmersbach kurz vor dem Löcherberg. Früher hatte man geglaubt, dass es sich um eine vorgeschichtliche Kultstätte handelte, in der die Bewohner des Tales den Göttern ihre Opfer dargebracht haben. Sie gehört dagegen zur Geröllsandstein-Formation des Mittleren Buntsandsteins, die besonders zur Blockbildung neigt.
Das Naturdenkmal Giersteine (seit 1940) befindet sich hoch über dem Murgtal neben dem Ort Forbach-Bermersbach. Hier liegen drei 7x4x4 m mächtige Forbachgranitfelsen. Das Dritte Reich hat diese Felsen als Opfersteine oder germanische Kultstätte vereinnahmt. Die Sagenwelt glaubte den Teufel bemühen zu müssen, der die Ausbreitung des Christentums im Murgtal hier verhindern wollte. Aber naheliegend ist die die wissenschaftliche Erklärung, dass es sich als typische Zeichen der Verwitterungsformen von Granit handelt.








