| Schliffkopf-Hotel |
Der Schliffkopf ist ein 1055 hoher flacher Bergrücken an der B 500 zwischen der Zuflucht und dem Ruhestein. Er ist mit seiner hochmoorartigen Gipfelregion seit 1938 Naturschutzgebiet. Außerdem liegt er im FFH- und Vogelschutzgebiet. Aber er bietet auch einen herrlichen Ausblick über den Schwarzwald, Vorbergzone, Rheinebene und Vogesen sowie die Pfälzer Berge. An Tagen mit guter Sicht –oftmals im November- lieg Straßburg mit seinem Münster zum Greifen nahe. Die Schweizer und Österreichischen Alpen erscheinen am Horizont, der Bodensee ist als spiegelnde Wasserfläche zu sehen.
Es ist verständlich, dass solch
ein Bergrücken zum Bebauen einlädt. Vom Württembergischen Schwarzwaldverein
wurde 1891 mit Hilfe eines badischen Pionierbataillons der Pionierturm aus Holz
(15 m) errichtet, um die Aussicht zu erhöhen. Doch 1909 musste der vorhandene
Turm wegen Baufälligkeit gesperrt werden.
1911 wurde von Baiersbronner
Schneeschuhläufer auf dem Schliffkopf die Schliffkopfhütte (Schindler Hütte)
errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Wunsch auf, einen Gedenkstein für
die gefallenen Mitglieder des Schwäbischen Schneeschuhvereins aufzustellen.
1920 konnte der 3 t schwere Sandsteinfindling eingeweiht werden.
Auf dem Gebiet Ruhestein nahe
beim Schliffkopf wurde 1924 eine K 65 Sprungschanze gebaut. Nach Streitereien
zwischen dem Schwäbischen Schneeschuhverein und der Forstdirektion wurde die
Vogelskopfschanze wieder abgerissen.
Auch gestaltete es sich äußerst
schwierig, dem Wunsch des Schwäbischen Schneeschuhvereins zu entsprechen, ein
Gedächtnishaus für die gefallenen Kameraden zu bauen. Die Streitereien mit der
Forstdirektion zogen sich bis 1931 hin. Erst eine Ministerbewilligung, die sich
über alle Bedenken hinwegsetzte, ermöglichte 1932 den Bau des
Schliffkopfgedächtnishauses. Pächter waren Berta und Christian Fahrner aus
Baiersbronn.
Nur wenige Tage nach der Eintragung des
Naturschutzgebietes wurde von der Reichsregierung entschieden, dass die
Organisation Todt die schon 1932 abgesteckte fehlende Straßenverbindung vom
Ruhestein zur Zuflucht aus Gründen der Landesverteidigung zu bauen habe. Die Straße
sollte durch das Naturschutzgebiet über die Höhe des Schliffkopfes hinweg gebaut
werden. Nur dem energischen Einspruch des Landesamtes für Denkmalpflege war es
zu verdanken, dass die Straße nicht über den Gipfel sondern an den Rand der
Freiflächen gedrückt und 1942 fertiggestellt wurde.
Einschneidender als die Straße waren aber
die militärischen Anlagen, die im Zuge der Westwallbefestigung 1938 auf dem
Schliffkopf erstellt worden waren. Die großkalibrigen Flakstellungen auf dem
Gipfel sollten die feindlichen Bomber in noch größere Höhen zwingen, um mehr
Treibstoff zu verbrauchen. 1950 sollte auf dem Schliffkopf trotz des
energischen Einspruchs des Naturschutzes ein 46 m hoher Kurzwellensender der
französischen Armee gebaut werden, der dann später auf der Hornisgrinde
erstellt wurde.
1973 entschied der Schwäbische
Schneeschuhverein, das Gedächtnishaus an die Pächterfamilie Fahner zu
verkaufen. Bettenhaus und Restaurant wurden angebaut. Schon 1980 wurde das
Hotel um Hallenbad- und Freizeitbereich erweitert. 1991 brannte das Hotel bis
auf die Grundmauern nieder. Von 1993 – 1995 wurde das Hotel unter vielen
Schwierigkeiten mit großen finanziellem Aufwand mit Hilfe der Sparkasse
Freudenstadt als modernes Wellenesshotel der Familie Fahrner wieder aufgebaut
und bis heute von der Familie Fahner mit viel Erfolg betrieben wird.
1990 und 1999 pfiffen die Orkane Wiebke und Lothar mit ihren zerstörenden Kraft über die Schwarzwaldhöhen und legte viele Gipfel frei. 2003 wurde am Schliffkopf der Lotharpfad eingerichtet, um das Ausmaß zu dokumentieren.
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| Lotharpfad |







