Die Renchtäler Mineralquellen von Peterstal, Griesbach, Sulzbach und Antogast waren seit dem Mittelalter bekannt. Im Hotel Schlüsselbad in Bad Peterstal blieb eine steinerne Brunnenfassung mit der eingemeiselten Jahreszahl 1377 erhalten. Sie war im 16. Jahrhundert wohl in Vergessenheit geraten und erst 1895 freigelegt worden.
1579 kam auf Veranlassung des Fürstbischofs
Marquardt von Speyer sein damaliger Leibarzt, Dr Jakob Theodor von Bergzabern
ins Bad Peterstal das noch um Mitte des 16. Jahrhunderts lediglich aus einigen
ärmlichen, unansehlichen Bauernhäusern bestanden haben soll, die um den
“Petersbrunnen” herumlagen. Er beschrieb und lobte dann im 1584 erschienen Werk
“New Wasserschatz…” überschwenglich die Wirkung der Sauerbrunnen in Peterstal
und Griesbach.
Im 17. Jahrhundert war bei noch so
schlechten Wegen und Stegen Mineralwasser in verkorkten und mit Schweine- oder
Rindsblasen und Pech oder Harz verdichteten Flaschen auf Saumtieren und mit
Karren von den Brunnen im Renchtal geholt worden; bei allen Schwierigkeiten der
Frischhaltung, suchten begüterte Leute, wie bei Wein einen Vorrat zu halten.
Der Karren kostete damals 24 Kreuzer Zoll. Gegen Verfälschung und
Unterschiebung falschen Wassers hatte die Peterstaler Brunnenverwaltung 1782
eine Verschluss Petschaft mit dem Bild des hl. Petrus eingeführt. Von 1823 wird
berichtet, dass der Karrenweg des Renchtals mit Sauerwasser-Karren bedeck war.
Um 1800 wurden immer mehr irdene Krüge der Oppennauersteinzeugfabrik benutzt.
1824 wurden durch ein gewaltiges Hochwasser
der Rench die Fassungen der Quellen von Peterstal mit Geröll und Schlamm verschüttet.
1835 wurde die erste Mineralquelle von Franz Xaver Kimmich wieder entdeckt, die
1837 als Sophienquelle – nach der Großherzogin Sophie- bekannt wurde. Er baute
auch den Pavillon über der Quelle in Bad Peterstal, der heute noch steht.
In der Zeit nach dem Ersten und Zweiten
Weltkriegs brachten im Badebetrieb des Renchtals große Einschränkungen, der
Adel und die Kurgäste aus dem Elsaß fehlten. Den letzten Rest gab die
Gesundheitsreform der 90er Jahre in der Bundesrepublik. Die prächtigen
Kurkliniken wurden zu freudlosen Altenpflegeheime. Die Kurgäste blieben
innerhalb weniger Jahre weg, aber das Mineralwasser blieb und wurde immer
besser vermarktet.
Emil Huber gründete 1926 die Peterstaler
Mineralquellen, die erstmals nur dem Wasserversand diente. Kaufte 1941 die Rippldsauer
Mineralquellen hinzu, die seit 2005 mit einer 16 km langen Rohrleitung
miteinander verbunden sind. In Bad Peterstal werden neben dem eigenen Mineralwasser, nur die
Mineralwässer der Hansjakob Quelle von Bad Rippoldsau als “Black Forest Wasser”
in Glasflaschen abgefüllt. Es gilt als das kochsalzärmste Mineralwasser
Deutschlands. Seit 2007 gehören die Peterstaler Mineralquellen zu 85% dem
Kehler Unternehmer Alexander Schreibeisen. Mit 6% ist Günter Huber aus der
Gründerfamilie noch beteiligt.
In Griesbach, 1932 zum Bad ernannt,
gründete 1935 Erwin Winkels die Griesbacher Mineralquellen. Bis heute gehören
die Quellen und der Vertrieb des Mineralwassers der Unternehmensgruppe Winkels,
deren Verwaltung heute in Sachsenheim Kreis Ludwigsburg sich befindet. 2006
wurde das Griesbacher Mineralwasser als bestes Mineralwasser Deutschlands
ausgezeichnet.
Die schwefelhaltige Quelle im Freyersbach
sprudelte bis 1792 unschuldig vor sich hin, bis der Straßburger Arzt Dr Johann
Böckler in seiner Dissertation über die Sauerwasser von Peterstal sie erwähnte.
Die Gemeinde Peterstal übernahm damals aus der Insolvenzmasse Mayer die Quellen von
Freyersbach. Sie wurden 1917 von Lorenz Kimmig übernommen, abgefüllt und unter
Freyersbacher Mineralwasser vertrieben. In den 80er Jahren wurde der
Abfüllbetrieb eingestellt, da die Deutsche Bahn das Vorfeld der Gleise mit
Unkrautvernichtungsmittel gespritzt hatte, das Einfluss auf die Quellen
genommen hatte. Seit 2013 vertreibt Edeka unter dem Namen “Schwarzwaldsprudel”
das ehemalige Freyersbacher Mineralwasser aus Bad Peterstal-Griesbach und
Wildberg.
Heute ist Bad Peterstal-Griesbach die
einzige Gemeinde in Deutschland mit drei getrennten Mineralwasserabfüller deren
Flaschenabfüllungen in die 100 Millionen Flaschenfüllungen pro Jahr und mehr
gehen.





