Bermersbach ein Ortsteil von Forbach liegt auf einer Terrasse 160 m über dem Murgtal. Auf einem langgezogenen Bergrücken vom Dorf Richtung Murgtal liegen drei 7x4x4 m mächtige Forbachgranitfelsen. Sie sind rund geschliffen und voller Rillen, die aussehen, als seien sie vom Wasser hineingegraben worden, obwohl die Murg mehr als hundert Meter tiefer verläuft. Die rätselhafte Steine sind seit 1940 als geschütztes Naturdenkmal eingetragen.
Die bizarren Felsen haben
natürlich die Phantasie der Bevölkerung und Besucher angeregt. Heidnisch sollen
die Steine sein und als Opfersteine gedient haben, in deren Rillen das Blut der
Tiere (oder Menschen) hinabgeflossen ist. Auch das Dritte Reich hat diese
Felsen als Opfersteine oder germanische Kultstätte vereinnahmt. Die Sagenwelt
glaubte den Teufel bemühen zu müssen, der die Ausbreitung des Christentums im
Murgtal hier verhindern wollte und in seiner Wut über seine nutzlosen
Bemühungen die Krallen in den Fels geschlagen habe.
Die Giersteine sind einem
ehemaligen Einwohner von Bermersbach, Klaus Schmich, nicht aus dem Sinn
gegangen. Er hatte von seiner früheren Wohnung aus beobachtet, dass zum
Zeitpunkt der Wintersonnwende, am 21. Dezember, die Giersteine eine Kimme
bilden, die ziemlich genau auf den Doppelgipfel des Kipf oberhalb von Gausbach
zielt., wo am Tag der Wintersonnwende die Sonne aufgeht. Hinzu kommt, dass in
den 1950er Jahren in unmittelbarer Nähe der Giersteine Feuersteinmesser aus der
Steinzeit gefunden wurden. Deswegen besteht die Vermutung, dass die Giersteine
eine heidnische Versammlungsstätte war.
Der Glazial-Geologe, Prof. Dr
Dieter Ortlam, hat in ganz Europa viele Auswaschungen ähnlicher Art freigelgt.
Er ist der Überzeugung, dass die Steine ein Produkt der Eiszeit seien. Von
Skandinavien her schoben sich die mehrere hundert Meter dicke Eispanzer über
Mitteleuropa und damit auch über den Schwarzwald. Er brachte nicht nur
Findlinge mit sondern formte auch die Landschaft. Über den Bergspitzen brach
der Inland-Eispanzer zu „Igelspalten“ auf und Gletscherwasser schoss in der
Sommerzeit tagsüber kubikmeterweise durch die Risse. Wo es auf den nackten Fels
prallte entstanden Auskolkungen, vorausgesetzt, das Wasser führte Sand und Kies
mit sich und konnte ständig abfließen. So schliff und sprudelte es immer
tiefere Löcher und Abflussrinnen aus dem Fels, die als Gletschermühlen
bezeichnet werden.
Die schwer zugängliche Gegend um
Forbach wurde jedoch erst im 14. Jahrhundert besiedelt. Erst 1725 tauchte die
Bezeichnung „Gierstein“ in einem Schriftstück auf allerdings mit dem Zusatz
„Irrstein“ in Klammern. 1753 erfolgte dann die Gewannbezeichnung „Gierstein“ in
einem Art Grundsteuerverzeichnis.
Der Besucher kann das
interessante Naturgebilde mit dem herrlichen Rundblick auf das Murgtal
verbinden. In Bermersbach befindet sich in der Festhalle des Ortes unter Führung
des Heimatvereins das Murgtalmuseum, das sich mit den Lebensumständen früherer
Generationen in der Region beschäftigt.

