Freitag, 24. Juli 2026

Was verbirgt sich hinter dem Höllental bei Freiburg?

General Moreau 1796

Das Höllental ist ein tief eingeschnittenes, teilweise schluchtartigen Tal östlich von Freiburg und führt von dem einladenden Himmelreich (Ortsteil von Buchenbach) hinauf auf den Schwarzwald nach Hinterzarten. Am Ende von Himmelreich engt sich das Tal ein. Nach dem Felsen mit der Ruine Falkenstein und dem Bahnhof Hirschsprung verengen sich die bis zu 130 m hohen Felsen beidseitig zum Hirschsprung. Ein Stelle, an der nur Straße und Rotbach Platz haben, während die Bahnstrecke in Felsentunnels die Engstelle passiert. Auf dem rechten Felsen steht ein Hirsch, der angeblich über die Engstelle sprang, um dem verfolgenden Jäger zu entkommen. (Siehe: Was verbirgt sich hinter dem Hirschsprung im Höllental?)

Das Höllental hieß früher Falkensteiner Steige -nach den Herrschern der Region, die Falkensteiner, die ihren Wegezoll erräubert hatten. Seit dem 12. Jahrhundert war sie nur ein mühsamer, miserabler Maultierpfad.  Außerdem hatten die wilden Hochwässer des Rotbachs alle Anstrengungen zunichte gemacht. Deswegen wurde zur Kelten- und Römerzeit die Wagensteig .benutzt.

Die 9 m enge Schlucht, die sich Rotbach und Maultierpfad teilen musste, wurde 1638 von 2.000 französischen Soldaten als Karrenweg verbreitert. 1755 haben frohnende Bauern den Höllentalweg weidlich befahrbar gemacht. Für die Hochzeitsreise von Marie-Antoinette auf ihrem Weg von Wien, Donaueschingen nach Paris zu ihrer Hochzeit mit dem späteren französischen König Ludwig XVI wurde am Karrenweg 1770 erhebliche Felsensprengungen vorgenommen und zu einem holperigen Chausseeweg ausgebaut.

Höllental als Name gab dieser Schlucht ein französisches Revolutionsheer, das 1796 nach verlorener Schlacht das Tal der Hölle glaubte hinter sich zu haben. 40.000 französische Soldaten mussten mit ihren Pferden, Geschützen und Wagen den riskanten Rückzug durch die enge Falkensteiner Staig antreten. Damals erzählten die Soldaten, die glücklich Freiburg erreicht hatten, sie seien dem “Val d’enfèr, dem Tal der Hölle” entkommen.

1885 wurde die Höllentalbahn mit Tunnels durch die Engstelle des Hirschsprung gedrückt. 1887 fand die Eröffnung der Höllentalbahn unter Anwesenheit des Großherzogs Friedrich I statt. Der Förderer und Reichstagsabgeordnete Franz Josef Faller sollte die Begrüßungsrede halten, starb aber wenige Minuten vor seinem Auftritt an einem Schlaganfall. Die heutige Strecke wurde 1851-1901 ausgebaut. Die Kuriosum in der Geschichte der Höllentalbahn war: 1923 konnte die Rheintalbahn von Amsterdam nach Basel nicht befahren werden konnte. Die französische Armee hatte nach dem Ersten Weltkrieg Offenburg und Appenweier besetzt. So musste der Umweg ab Karlsruhe über Pforzheim, Horb, Villingen und Donaueschingen durch das Höllental nach Freiburg geleitet werden. So gab es in jener Zeit einen Schlafwagen Frankfurt – Hinterzarten. Nach der Engstelle weitet sich das Tal nochmals bei Höllsteig. Das Hofgut Sternen, in dem Maria Antoinette damals Kaffee trank, liegt am Eingang der romantischen Ravennaschlucht mit ihrem berühmten Viadukt über der Schlucht. Kurz zuvor die bekannte 1148 erbaute Kapelle St Oswald. In mehreren steilen und sehr engen Kehren windet sich die Straße die 400 Höhenmeter auch nach Hinterzarten. Wegen des starken Verkehrs vor allem dem Schwerlastverkehr ist der Falkensteigtunnel im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit wenig Erfolg aufgenommen worden.

Höllental 1902 mit Ravennabrücke