Vor 75 Jahren wurde der erfolgreichste Film überhaupt über und mit dem Schwarzwald sowie seinen Trachten in die Kinos gestellt. Im Laufe der Jahre hat er 16 Mio Zuschauer begeistert und erwies sich als der erfolgreichste Gassenfeger aller Zeiten. Ursprünglich war er die Verfilmung der gleichnamigen Operette von Leon Jessel. Sie war schon dreimal ohne nennenswerten Erfolg verfilmt worden (1920, 1929 und 1933).
Aber kurz nach dem
2. Weltkrieg, nach Leid, Entbehrung und Hunger traf der Film die richtige
Grundstimmung der Bevölkerung. Als erster Farbfilm mit seinen farbenträchtigen
Trachten und den Schwarzwälder Erholungslandschaften vermittelte der Film die
Sehnsucht nach Frieden, Erholung und einfach nach besseren Zeiten. Der
Kassenreißer war ab 1950 nicht nur in deutschen Kinos zu sehen sondern auch in
Frankreich, 1953 in Portugal und 1955 in der damaligen DDR.
Sonja Zimmermann,
Rudolf Prack und Paul Hörbiger in den Hauptrollen drehten den Film im Juni mit
der herrlichen Kulisse von St Peter, mit seinem ehemaligen Benediktienerkloster
und barocken Klosterkirche – heute Pfarrkirche. In der lieblichen Umgebung
blühten zu jener Zeit die Obstbäume, der Blick schweifte bergaufwärts zum höher
gelegenen ehemaligen Kloster St Märgen und dem Feldberg. Weitere Drehorte waren
Baden-Baden und Garmisch sowie immer wieder Landschaftsaufnahmen vom
Schwarzwald. Alle Innenaufnahmen wurden in den Studios der UFA Berlin-Tempelhof
gedreht.
Im Mittelpunkt
standen die farbprächtigen Trachten des Schwarzwaldes und hier vor allem der
rote Bollenhut. Die beschwingten Operettenlieder, die üppigen Revueeinlagen und
aufwendigen Kamerafahrten durch eine zauberhafte Schwarzwaldlandschaft machten
den Film legendär. Garniert wurde dies mit einer Eisrevue und Bauerntanz,
Bühnenball, Spielbankszenen in Baden-Baden, einem schwäbischen Volksfest und
erstmals in Farbe einen Trachtenumzug. Die Handlung, eine Dreieckgeschichte
sorgt für Verwicklungen, doch die harmoniesüchtige, heitere Welt endet als
happy end –und die Geigen erklingen dazu.
Zur Premiere des
Films am 7. September 1950 im Universum-Lichtspiel-Theater in Stuttgart
erschien Sonja Zimmermann in einer zusammengewürfelten Schwarzwälder Tracht und
einem roten Bollenhut. Die Schwarzwaldmaler Hasemann und Liebig sowie der Film
vermittelten den Eindruck, dass der rote Bollenhut Schwarzwälder Tracht sei. Dieser
wird allerdings nur in Gutach, Reichenbach, einem Ortsteil von Hornberg,
Kirnbach einem Ortsteil von Wolfach und nur von unverheirateten Frauen
getragen. Die verheirateten Frauen tragen einen schwarzen Bollenhut.
Das ZDF brachte
1973 mit dem Wagner-Sänger, Wolfgang Windgassen, und der amerikanischen
Sopranistin, Janet Perry, sowie Dick Laan in den Hauptrollen den Film
„Schwarzwaldmädel“ ins Fernsehen. Diesmal haben die Kirnbacher Kurrende
(Bollenhut), die Volkstanzgruppe Oberwolfach, Trachtenkapelle St Ulrich und die
Freiburger Domsängerknaben mitgewirkt.
Der Film
„Schwarzwaldmädel“ erhielt 1951 ein Bambi für den geschäftlich erfolgreichsten
Film. Die Filmkulisse von St Peter war von da an in aller Munde. Unzählige
Touristen zog es nach St Peter und zum ehemaligen Kloster. Als 1993 Frau
Ziemann anlässlich der 900 Jahrfeier des Ortes in St Peter logierte, wurde sie
unter großem Beifall und in Begleitung der Dorf- Honoratioren vom Ortszentrum
zum Festplatz mit der Kutsche gefahren.
