Freitag, 9. Januar 2026

Was verbirgt sich hinter der ältesten Sägemühle des Schwarzwaldes?

Straubenharder Mühle

Der Nordschwarzwald zeichnet sich durch eine geringe Besiedlung und dadurch bedingt durch großflächige Wälder aus. Die Römer nutzten schon die Nagold und ihren Nebenflüssen Enz und Würm zum Transport von Holz.

Im 14. Jahrhundert besaß das Haus Baden die waldreichen Ämter Liebenzell und Altensteig an der oberen Nagold im sonst württembergischen Gebiet. Wobei die württembergische Flüsse Würm und Enz sich im badischen Pforzheim mit der württembergischen Nagold vereinen. Folglich hatten beide Häuser großes Interesse die Flößerei auf der Nagold und ihren Nebenflüssen zu regeln. Tatsächlich wurde 1342 auf zusätzliches Bitten von Heilbronn 1342 ein Floßvertrag unterschrieben, der die Flößerei auf Enz, Nagold, Würm und Neckar regelte.

Sobald neben der Trift die Langholzflößerei aufkam, entstanden an den Flüssen und Bächen Sägemühlen, die Bretter sägten, um sie als Oblasten auf den Flößen zu transportieren. Sägemühlen waren Sägen, die die Wasserkraft als Antrieb nutzten.

Auf der württembergischen Seite des Schwarzwlddg galt die Straubenhart-Sägemühle im Enztal mit der Urkunde vom 17. Juni 1372 als die älteste Sägemühle des Landes. Graf Eberhard von Württemberg hatte den Edelknechten von Straubenhart den Bau einer Sägemühle an der Enz genehmigt.

Im Jahr 1695 erfahren wir, dass am Fuß der abgegangenen Burg Straubenhardt eine neue Sägemühle -Sägemühle bey der Röthenbach- am alten Wehr der Straubenhardt-Sägmühle errichtet wurde. Im 18. Jahrhundert sind die verschiedenen Besitzer Besitzer bekannt.

Die spätere Entwicklung zum größten Sägewerk Württembergs verdankt die Sägemühle der Blütezeit des Schwarzwälder Holzhandels und der Tatkraft Abraham Krauths (1747-1818) und seiner Nachfolger. Sie erkannten die günstige Lage mit der großen Wasserkraft und dem Holzreichtum der Wälder, die von Enz und Eyach durchflossen werden. 1811 erwarb er die ersten Anteile an der Sägemühle. 1856 gehörte sie schon der Familie. Abraham Krauth brachte es schon früh vom Floßknecht nach 10 Jahren zum Schiffer und Flezer.

Es setzte eine  Aufwärtsentwicklung ein, denn das Geschäft mit Holland blühte, da Holz für Schiffsbau benötigt wurde, ferner für die Fundamentierung der Gebäude im Hafen. Diese Zeit nutzten die 2. Generation, Johann Jakob Krauth, (1778-1836) und gar die dritte mit Johann Philipp Krauth (1778-1836), der auch der “Flößerkönig” genannt wurde, aus. Aus der ehemaligen Sägemühle wurde ein Sägewerk, die Firmenbezeichnung war dann “Krauth & Co”

Die günstige Weiterentwicklung führte dazu, dass das Werksgelände zuletzt 10 ha umfasste. Neben dem Rotenbachwerk gehörten die “Eisenfurt” in Neuenbürg sowie die “Untere” und “Obere Mühle” in Höfen zum Unternehmen. Das angelieferte Rundholz wurde von Bauholz, Spundbohlen bis zum Parkett verarbeitet. Die Werksiedlung umfasste sogar eine eigene Schule. 1950 galt das Unternehmen als das größte Sägewerk in Württemberg.

In den 1960iger Jahren kippte die Wachstumkonjunktur der 1950er Jahre. Für die Firma Krauth erwies sich die Verzettelung der verschiedenen Produktionsstandorte als sehr nachteilig und geriet in eine Kriese. Zunächst wurde 1962 das Sägewerk stillgelegt. Kistenfabrikation und Parketterie folgten. Der Betrieb auf der “Oberen Mühle” in Höfen wurde eingestellt und der auf der “Unteren Mühle” war schon vor längerer Zeit eingestellt worden. Unglücklicherweise ist das Sägewerk noch abgebrannt.

Heute ist die Firma “Krauth GmbH & Co KG eine Vermögensverwaltung über Vermietung, Verpachtung der eigenen Grundstücke, Gebäude und Wohnungen. 22.000 m² Freilagerfläche und Lagerkapazitäten von 17.000 m² in geschlossenen, teilweise beheizten Hallen. Strom wird durch das eigene Kraftwerk gewonnen.

Neuenbürg Krauth & Co