Im Mai 1957 entdeckten die Werkstudenten Manfred Lutz und Thomas Bock im Krunkelbach bei Menzenschwand auf der Suche nach Flussspat zufällig Uranglimmer und lösten eine kleine Sensation aus. Das Albtal bei Menzenschwand ist ein Hochtal unterhalb des Feldberges. Der Fund von Pechblende und Uranglimmer hat sofort die Frage aufgeworfen, wie kann die Erzgewinnung in einem Naturschutzgebiet in unmittelbarer Nähe eines bedeutenden Fremdenverkehrsortes getätigt werden?
1961 erwarb die „Gewerkschaft Brunhilde“
aus Uelze die Schürfrechte. Die Erkundungen ergaben, dass ein Gesamtvolumen von
5.000t Uranoxid vorhanden sei. Damit wäre die Grube die reichste Lagerstäte in
Westeuropa, und es könnte 20 Jahre damit ein großes Kernkraftwerk versorgt
werden.
Tatsächlich wurden bis 1982 Uranerz von
der Gewerkschaft Brunhilde abgebaut, das immer wieder zu großen Schwierigkeiten
und Widerstände in der Bevölkerung hervorrief. Der Abbau war aber nur möglich,
weil sich die Gemeinde Menzenschwand bereit erklärte, dass ab 1972 noch 20.000
t Uranerz abgebaut werden dürfen. Im Gegenzug dafür sollte aber die „Kurbetriebs
GmbH“ über die Gewinnung von medizinisch verwertbaren Radongas und –wasser aus
der Grube erhalten.
Als Visionär kam der Verleger Franz Burda
aus Offenburg und gründete im August 1971 mit der damals selbstständigen
Gemeinde Menzenschwand eine „Kurbetrieb Menzenschwand GmbH“. Das Ziel dieser
GmbH war, ein großes, exklusives Radonheilbad zu bauen. Zusätzlich sollten 9
Hotels und Appartements mit 2000 Betten nebst den zugehörenden Kureinrichtungen
–wie Kurmittelhaus, Schwimmhalle und Kursaal- gebaut werden. Kein Geringerer
als Albert Speer sollte das verwirklichen. Geplant waren Investitionskosten von
150 Millionen.
Segensreich war die Eingemeindung 1974 von
Menzenschwand nach St Blasien. Die Stadt St Blasien stemmte sich in
Zusammenarbeit mit den Behörden und dem Landschaftsschutz mit Erfolg gegen
diesen Baugigantismus. Im Dezember 1974 musste die „Burda GmbH“, wie sie in der
Bevölkerung hieß, Konkurs anmelden. Mit Hilfe der Landesregierung wurde die
Förderung des Uranerzes erschwert und schließlich getoppt. Da der Preis für
Uran stark fiel, wurde die Aufbereitungsanlage gestoppt, 1990 musste die
Urangrube geschlossen werden.
Im Jahre 2005 wurde dann an die
Verhältnisse angepasst, ein kleines Radon Revital Bad mit einem 120 m² großen
Bewegungsbecken mit Inn- und Außenbecken gebaut. Es ist das einzige in Süddeutschland
und damit ein Kleinod im Schwarzwald für Gesundheit, Radontherapie und Erholung
in einer traumhaften Landschaft. Das aus der Uranlagerstätte stammenden Wasser
versorgt die Therme mit fluoridhaltigem sowie radonhaltiges Heilwasser für den
Therapiebereich bei rheumatischen Erkrankungen. Insbesondere bei Erkrankungen des
Bewegungsapparats, bei Arthrose und Beschwerden der Wirbelsäule oder nach
Bandscheibenoperationen. Als Schwierigkeit stellte sich heraus, dass die Kassen
die Behandlung nur eingeschränkt vergüteten.
Das heimelige Menzendenschwand am Rande der Naturschutzzone des Feldbergs mit seinem kleinen Bad, zwar mit einem radonhaltigen Heilwasser, das aber künstlich erwärmt werden musste, einem Gradierwerk konnte sich mit dem Weltbad Gastein nicht vergleichen. Deswegen kam es so wie es kommen musste: Der Gemeinderat von St Blasien hat im Oktober 2025 beschlossen, das Bad zum Jahresende 25 zu schließen. Die Gemeinderäte waren einstimmig nicht bereit, den jährlichen Verlust von bis zu 700.000 € zu tragen. Es gibt zwar Pläne für ein Golfresort oder den Bad- und Saunabetrieb von Einheimischen betreiben zu lassen. Aber die Zeit drängt und vor allem durchfinanzierte Pläne müssen auf den Tisch. Ansonsten wird das Bad abgerissen und ein Minigolfanlage errichtet.
