Der Windgällweiher wurde mit dem Bau der Eisenbahn, der Dreiseeenbahn, über die Region hinaus bekannt- nämlich sie führt am Titisee, Windgfällweiher und dem Schluchsee entlang. Er liegt zwischen den Ortsteilen Altglashütten (Gemeinde Feldberg) und Aha (Gemeinde Schluchsee), gehört zur Gemeinde Lenzkirch und umfasst 20 ha.
Ursprünglich ein
kleiner Moorsee, der ein Überbleibsel der letzten Eiszeit war, wurde erstmals
1895 von der Schraubenfabrik Falkau durch einen Staudamm im Norden ungefähr um
6 m aufgestaut und damit vergrößert. 1929 übernahm das Schluchseewerk den
Weiher und wurde in das Zuflussssystem des Schluchsee integriert. Er nimmt das
Wasser vom Feldsee kommenden über einen 10 km langen Hangkanal auf und läuft über
einen offenen Überleitungskanal durch das Haslachtal in den Schluchsee ab.
Der südlich Teil
des Sees und seine Umgebung sind seit 1940 als flächenhaftes Naturdenkmal
deklariert. Seit 1950 steht der See unter Landschaftsschutz. Seit 2002 gilt ein
Angelverbot wegen PCB-Ablagerungen aus früherer Zeit. Ansonsten wird das Wasser
laufend von der Landesanstalt für Umwelt kontrolliert. Am bewaldeten Ostufer
des Windgfällweihers liegt wenig auffällig ein Strandbad mit einem
denkmalgeschützten Gebäude und der Möglichkeit Stehpaddeln zu erlernen oder zu
frönen. Alles andere ist verboten.
2020 wollte die
Fürstlich Fürstenbergische Forstverwaltung am Windgfällweiher einen Reisemobilpark
mit 115 Stellplätzen bauen. Der Widerstand der einheimischen Bevölkerung
unterstützt vom Schwarzwaldverein und Naturschutz war erheblich. Letztendlich
sah der Gemeinderat von Lenzkirch ein, dass die Erhaltung der Naturlandschaft
höher zu bewerten war und lehnte das Projekt ab.
Auch ein Hotel,
Hotel Köhlerei am See, mit 14 Betten und Einkehrmöglichkeit bis zu 70 Personen
liegt am nördlichen Ufer getrennt durch die Straße nach Raitenbuch. In diesem
Jahr wurde das Hotel um ein Zimmer und einem Wintergarten erweitert. Auch erfreut
sich das Eisschwimmen oder Eisbaden im Winter immer mehr an Beliebtheit.
Zu Anfang 2026
wurde bekannt, dass das Hotel Köhlerei sich um einen terassenförmigen Anbau an das
jetzige Hotel plant und Planungsunterlagen eingereicht hat. Aus 13 Zimmer sollen
84 Zimmer in einem siebengeschossigen Bau werden - zusätzlich einem
Spa-Außenbereich mit Pool. Die Schwierigkeit für diesem Projekt, es liegt in
einem Landschaftsschutzgebiet d.h. die Landschaft soll in ihrer vorgefundenen
Eigentümlichkeit und Einmaligkeit erhalten bleiben.
Damit beginnt
der Kampf in den Institutionen. Den Gemeinderat von Lenzkirch würde den Ausbau begrüßen,
da zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden und die zusätzliche Kurtaxe in
die Gemeindekasse gespült werden. Dem steht Naturschutz entgegen, da Bergmolche
und Grasfrösche in unmittelbarer Nähe laichen. Ausgleichsmaßnahmen wurden
natürlich angeboten. Auch die Ökologie meldete sich zu Wort, da es einen
Beschluss des Abwasserzweckverband verbietet, Neubauten zu errichten, so lange
in Lenzkirch und Feldberg das marode Wassernetz nicht in Ordnung gebracht ist.
Die
Behördengremien werden das Für und Wider abwägen, die Änderungen des
Bebauungsplans begutachten und dann auf das Landratsamt
Breisgau-Hochschwarzwald blicken, denn die treffen die finale Entscheidung.
Oh Schwarzwald,
Oh Heimat

