Freitag, 10. April 2026

Was verbirgt sich hinter dem stillen Windgfällweiher?


Der Windgällweiher wurde mit dem Bau der Eisenbahn, der Dreiseeenbahn, über die Region hinaus bekannt- nämlich sie führt am Titisee, Windgfällweiher und dem Schluchsee entlang. Er liegt zwischen den Ortsteilen Altglashütten (Gemeinde Feldberg) und Aha (Gemeinde Schluchsee), gehört zur Gemeinde Lenzkirch und umfasst 20 ha.

Ursprünglich ein kleiner Moorsee, der ein Überbleibsel der letzten Eiszeit war, wurde erstmals 1895 von der Schraubenfabrik Falkau durch einen Staudamm im Norden ungefähr um 6 m aufgestaut und damit vergrößert. 1929 übernahm das Schluchseewerk den Weiher und wurde in das Zuflussssystem des Schluchsee integriert. Er nimmt das Wasser vom Feldsee kommenden über einen 10 km langen Hangkanal auf und läuft über einen offenen Überleitungskanal durch das Haslachtal in den Schluchsee ab.

Der südlich Teil des Sees und seine Umgebung sind seit 1940 als flächenhaftes Naturdenkmal deklariert. Seit 1950 steht der See unter Landschaftsschutz. Seit 2002 gilt ein Angelverbot wegen PCB-Ablagerungen aus früherer Zeit. Ansonsten wird das Wasser laufend von der Landesanstalt für Umwelt kontrolliert. Am bewaldeten Ostufer des Windgfällweihers liegt wenig auffällig ein Strandbad mit einem denkmalgeschützten Gebäude und der Möglichkeit Stehpaddeln zu erlernen oder zu frönen. Alles andere ist verboten.

2020 wollte die Fürstlich Fürstenbergische Forstverwaltung am Windgfällweiher einen Reisemobilpark mit 115 Stellplätzen bauen. Der Widerstand der einheimischen Bevölkerung unterstützt vom Schwarzwaldverein und Naturschutz war erheblich. Letztendlich sah der Gemeinderat von Lenzkirch ein, dass die Erhaltung der Naturlandschaft höher zu bewerten war und lehnte das Projekt ab.

Auch ein Hotel, Hotel Köhlerei am See, mit 14 Betten und Einkehrmöglichkeit bis zu 70 Personen liegt am nördlichen Ufer getrennt durch die Straße nach Raitenbuch. In diesem Jahr wurde das Hotel um ein Zimmer und einem Wintergarten erweitert. Auch erfreut sich das Eisschwimmen oder Eisbaden im Winter immer mehr an Beliebtheit.

Zu Anfang 2026 wurde bekannt, dass das Hotel Köhlerei sich um einen terassenförmigen Anbau an das jetzige Hotel plant und Planungsunterlagen eingereicht hat. Aus 13 Zimmer sollen 84 Zimmer in einem siebengeschossigen Bau werden - zusätzlich einem Spa-Außenbereich mit Pool. Die Schwierigkeit für diesem Projekt, es liegt in einem Landschaftsschutzgebiet d.h. die Landschaft soll in ihrer vorgefundenen Eigentümlichkeit und Einmaligkeit erhalten bleiben.

Damit beginnt der Kampf in den Institutionen. Den Gemeinderat von Lenzkirch würde den Ausbau begrüßen, da zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden und die zusätzliche Kurtaxe in die Gemeindekasse gespült werden. Dem steht Naturschutz entgegen, da Bergmolche und Grasfrösche in unmittelbarer Nähe laichen. Ausgleichsmaßnahmen wurden natürlich angeboten. Auch die Ökologie meldete sich zu Wort, da es einen Beschluss des Abwasserzweckverband verbietet, Neubauten zu errichten, so lange in Lenzkirch und Feldberg das marode Wassernetz nicht in Ordnung gebracht ist.

Die Behördengremien werden das Für und Wider abwägen, die Änderungen des Bebauungsplans begutachten und dann auf das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald blicken, denn die treffen die finale Entscheidung.

Oh Schwarzwald, Oh Heimat