Freitag, 2. Januar 2026

Was verbirgt sich hinter "Hettich Schonach"?


Der Name „Hettich“ ist in Schonach im Schwarzwald fast schon ein Allerweltsname, weil er auf vielen Klingelschildern im beschaulichen Ort steht. Dieser Allerweltsname läßt aber im Kreise der Wintersportler weltweit aufhorchen: Urban und Georg sind bekannt.

Urban Hettich, geboren 1953, wuchs auf dem Bauernhof „Vordere Vogte“ am Blindensee oberhalb von Schonach auf. Was lag näher als im Winter auf Skiern mit seinen Brüdern in die Schule zu wedeln. Dies war der Grund neben seinem Talent, dass er sich in den Schülerwettbewerben und den  deutschen Jugendwettbewerben behaupten konnte. Seinen ersten deutschen Titel holte sich Hettich 1971 mit nur 18 Jahren bei den nordischen Winterspielen der deutschen Skijugend in Schonach. Die Nordische Kombination mit dem Skispringen und dem Skilanglauf gilt als „Königsdisziplins“ des Nordischen Skisports. Schon zwei Jahre später erzielte er die Bronzemedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1973 in Kawgolowo (Sowjetunion). Er nahm an drei Olympischen Winterspielen von 1972 bis 1980 teil. So erzielte er 1976 in Innsbruck die Silbermedaille in der Nordischen Kombination.

Möglich wurden die Leistungssteigerungen durch die Möglichkeit, als Sportsoldat bei der Panzerdivision in Todtnau Fahl zu dienen, wie er auch Trainer am Skiinternat Furtwangen 1984 wurde.


Kaum ein Vierteljahrhundert später wird wieder eine Sportskanone Hettich in Schonach geboren, der von seinem Vater im Alter von drei, vier Jahren während der langen Winter einfach auf die Ski gestellt wurde. Die Verantwortlichen des SV Rohradsberg, für die der kleine Georg an den Start ging, teilten dem Vater mit: „Der kleine Schorsch muss mehr trainieren, wenn er vorwärts kommen will“! Der Durchbruch kam bei ihm mit dem Ski-Internat in Furtwangen.

Der erste internationale Erfolg stellte sich bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1997 in Calgary ein, bei der er Staffel-Silber gewann. Aber auch bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, WM in Val die Fiemme, bei der WM 2005 in Oberstdorf. Seinen größten Erfolg erreichte Hettich in der Nordischen Kombination bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin im Einzelwettbewerb mit der Goldmedaille, gleichzeitig erhielt er die Silbermedaille mit der Mannschaft und im Sprint die Bronzemedaille.

Trotz dieser Erfolge wurde die Berufsausbildung nicht vernachlässigt. Nach dem Skiinternat folgte ein Studium an der Medical Engineering an der Hochschule in Furtwangen und anschließend promovierte er an der Uni Freiburg zum Thema „Gleichgewichtskontrolle“.

Schonach hat sich mit der Zeit zum Eldorado des Skisports entwickelt: Seit 1966 richtete der SV Schonach zwölf Mal den internationalen Kombinationswettbewerb um den Schwarzwaldpokal für Senioren und Junioren aus. 1981 hatte der Internationale Skiverband die Junioren Weltmeisterschaft in den klassischen nordischen Disziplinen nach Schonach vergeben. Nicht verwunderlich, da es seit 1924 ein e Sprungschanze in Schonach gibt, die 2010 umgebaut und erneuert wurde. Sie ermöglichte 2022 einen Schanzenrekord von 110 m.

Eine weitere Sportattraktion im Schonacher Sportprogramm ist der Internationale Skimarathon seit 1974 über 60 km von Schonach nach Hinterzarten durch die schönsten Teile des Schwarzwaldes. 1978 kam der Wälder-Cup über 100 km als Rucksacklauf von Schonach nach Mulden am Belchen hinzu. Der erste Sieger dieses Wettbewerbs war ein anderes großes Schwarzwälder Skiass: Georg Thoma aus Hinrerzarten in 6. Stunden 39 Minuten. Seit 2006 wurden beide Wettbewerbe zusammengelegt, wenn der Schneemangel keinen Strich durch die Rechnung macht.