Freitag, 16. August 2019

Was verbirgt sich hinter dem weißen Gold des Schwarzwaldes?


Schwerspat Grube Klara

Schwer- und Flussspat wird heute noch im Harz, Erzgebirge und Schwarzwald abgebaut. Beides sind Salze, die in der Industrie vielfältige Anwendungen finden.



Schwerspat ist auch unter dem Namen „Baryt“ bekannt. In reiner Form ist es kristallweiß. Es ist ein unverzichtbarer Grundstoff in der Industrie. Schwerspat findet immer dann Anwendung wenn Folien, Filze oder ähnliche Gewebe mit Schalldämmung hergestellt werden. Auch in Bremsbelägen ist es vorhanden. Bei der Farben- und Lackherstellung, der hochwertigen Gummi-Industrie und Fußbodenbelägen ist Schwerspat gefragt. Nicht zu vergessen in der Bohrindustrie zum Verschließen von Bohrlöchern. Beigemischt wird es in Beton, um Röntgen- und Werkstoffräume abzudichten.



Flußspat Grube Klara
Flussspat ist rein selten anzutreffen und erscheint durch die Verunreinigungen in verschiedenen Farben.  Flussspat ist ein wichtiger Grundstoff der Fluor-Chemie. Als Flusssäure dient es bei der Herstellung von Teflon, Kältemittel, Kristallglas, Glühbirnen, Zahnpasta und Elektronikartikel. Aber auch in der Aluminiumverhüttung und der Arzneimittelherstellung wird die Flusssäure benötigt.



Im Schwarzwald wurde verschiedentlich Ende der 20er bis Ende der 30er Jahre Schwer- und Flussspat abgebaut – so beispielsweise in Wittichen, Suggental und Sulzburg. 1987 wurde die Grube Gottesehre bei Urberg und 1996 die Grube Käfersteige bei Pforzheim aus Rentabilitätsgründen geschlossen. Heute wird im Schwarzwald Schwer- und Flussspat von der Sachtleben GmbH in der Grube Clara, Oberwolfach-Rankach, abgebaut. Der erste schriftliche Nachweis zum Bergbau im Benauer Berg stammt von 1652. Schon damals wurde von verfallenen, sehr tiefen Schächten und Stollen berichtet. Erst ab 1850 wurde Schwerspat mit Gewinn gefördert. Heute wird mit schweren LKWs über eine 3 km lange Rampe in den Berg gefahren und über eine automatische Beladungsstation geladen und dann direkt nach Wolfach zur Aufbereitung gefahren. Die jährliche Fördermenge liegt bei 150.000 t Roherz. Dies ergibt aufbereitet 50.000 t Mahlspat, 5.000 t Chemiespat und 24.000 t Flussspat.



Die vielversprechende Exploration in Christophstal bei Freudenstadt ergab Ende 2017, dass anstatt der 300.000 t gewinnbares Erz  im Dorotheastollen nur 120.000 t abbaubar seien. Damit wird dieser wieder  stillgelegt.

Aufbereitungsanlage Sachtleben AG Wolfach