Freitag, 8. Mai 2026

Was verbirgt sich hinter der Plotzsäge von Bad Herrenalb?

Plotzsäge Bad Herrenalb

Im Schwarzwald war in früher Zeit nur die Plotz- bzw Klopfsäge bis 1840 bekannt Sie war billig in der Herstellung, da nur das Sägeblatt aus Metall war. Wasserkraft war ja genügend vorhanden.

Mit dem Wasserrad a dreht sich auch der Wellenbaum, der hier zwei Nocken c und d trägt. Sie werfen das Gatter e nacheinander nach oben; beim Zurückfallen in Folge der Schwerkraft geschieht der Sägeschnitt. Die Ruten f fangen dabei das herabfallende Gatter elastisch auf. Das Gewicht des schweren Gatters übernehmen zum Teil die Langbäume g. Beim Aufschlagen des Gatters auf die Ruten entsteht ein weithin schallendes Geräusch: Auf schwäbisch “plotzen” oder alemannisch “klopfen”. Daher der Name für den Sägetyp.

Als eine der ältesten Sägemühlen im Schwarzwald ist die Plotzsäge Bad Herrenalb mit einem 6 m oberschlächtigen Wasserrad im heutigen Loffenau anzusehen. Ursprünglich wurde sie im 13. Jahrhundert gebaut und befand sich im Besitz der Ebensteiner als Lehen des Bistums Speyer und kam 1297 an das Kloster Herrenalb. Im alten Lagebuch des Klosters Herrenalb, “der Erneuerung des Burarizins” von 1508 wird sie zum Dorf Loffenau gehörig an der obersten Alb im Gaistal aufgezählt. Denn von diesem Zeitpunkt bis 1582 hatte das Kloster sie an die Bewohner von Loffenau verliehen. Danach kam sie lehensweise an Gernsbacher Schiffer, darunter der Murgschiffer Jakob Kast. Krieg, Verwüstung und Pest verhinderten von 1634 bis 1671 einen Zinsertrag. 1697 brannte die Plotzsäge ab und wurde im gleichen Jahr wieder nach technisch neuestem Stand mit einem Hochgang, einem Kammradgetriebe sowie eisernen Wellen und Beschlägen aufgebaut.

Seit 1880 befindet sich in einem Teil des Gebäudekomplexes ein Waldgasthaus betrieben durch die Familie Kübler in 10. Generation. Die ersten 5 Generationen waren noch als Holzsäger tätig. Das noch vorhanden Holzsägewerk wurde 1699 erstellt und bis heute im Original funktionsfähig erhalten. Insgesamt rund 800 Jahre an einem Standort.

Im Löffeltal zwischen Hnterzarten und Höllsteig steht ebenfalls eine wieder 1982 in Gang gesetzte Klopfsäge. Sie ist 1828 vom Klingenhof damals gebaut worden. Allerdings stand schon 1640 im oberen Löffeltal die erste Klopfsäge. Sie gehörte zum damaligen Rößlehof.

Als mit der Säkularisierung 1806 der Müllbann des Klosters St Blasien aufgehoben wurde, wurde im oberen Wiesental in Fröhnd eine Klopfsäge gebaut. Sie war noch bis 1956 zum Einschneiden von Holz in Betrieb. Durch Initiative der Fröhnder Freunde konnte die Säge bis heute funktionsfähig erhalten werden und wurde nicht wie geplant abgerissen. Sie ist die einzige funktionsfähige Klopfsägei m Schwarzwald, die noch an ihrem ursprünglichen Standort geblieben ist.

Es gibt noch eine funktionsfähige Klopfsäge im Gutacher Freilichtmuseum “Vogtsbauernhof” zu besichtigen, die aber nicht an ihrem ursprünglichen Standort steht.