| Straubenharder Mühle |
Der Nordschwarzwald zeichnet sich durch eine geringe Besiedlung und dadurch bedingt durch großflächige Wälder aus. Die Römer nutzten schon die Nagold und ihren Nebenflüssen Enz und Würm zum Transport von Holz.
Im 14.
Jahrhundert besaß das Haus Baden die waldreichen Ämter Liebenzell und
Altensteig an der oberen Nagold im sonst württembergischen Gebiet. Wobei die
württembergische Flüsse Würm und Enz sich im badischen Pforzheim mit der
württembergischen Nagold vereinen. Folglich hatten beide Häuser großes
Interesse die Flößerei auf der Nagold und ihren Nebenflüssen zu regeln.
Tatsächlich wurde 1342 auf zusätzliches Bitten von Heilbronn 1342 ein
Floßvertrag unterschrieben, der die Flößerei auf Enz, Nagold, Würm und Neckar
regelte.
Sobald neben der
Trift die Langholzflößerei aufkam, entstanden an den Flüssen und Bächen
Sägemühlen, die Bretter sägten, um sie als Oblasten auf den Flößen zu
transportieren. Sägemühlen waren Sägen, die die Wasserkraft als Antrieb
nutzten.
Auf der
württembergischen Seite des Schwarzwlddg galt die Straubenhart-Sägemühle im
Enztal mit der Urkunde vom 17. Juni 1372 als die älteste Sägemühle des Landes.
Graf Eberhard von Württemberg hatte den Edelknechten von Straubenhart den Bau
einer Sägemühle an der Enz genehmigt.
Im Jahr 1695
erfahren wir, dass am Fuß der abgegangenen Burg Straubenhardt eine neue
Sägemühle -Sägemühle bey der Röthenbach- am alten Wehr der
Straubenhardt-Sägmühle errichtet wurde. Im 18. Jahrhundert sind die
verschiedenen Besitzer Besitzer bekannt.
Die spätere
Entwicklung zum größten Sägewerk Württembergs verdankt die Sägemühle der
Blütezeit des Schwarzwälder Holzhandels und der Tatkraft Abraham Krauths
(1747-1818) und seiner Nachfolger. Sie erkannten die günstige Lage mit der
großen Wasserkraft und dem Holzreichtum der Wälder, die von Enz und Eyach
durchflossen werden. 1811 erwarb er die ersten Anteile an der Sägemühle. 1856
gehörte sie schon der Familie. Abraham Krauth brachte es schon früh vom
Floßknecht nach 10 Jahren zum Schiffer und Flezer.
Es setzte
eine Aufwärtsentwicklung ein, denn das
Geschäft mit Holland blühte, da Holz für Schiffsbau benötigt wurde, ferner für
die Fundamentierung der Gebäude im Hafen. Diese Zeit nutzten die 2. Generation,
Johann Jakob Krauth, (1778-1836) und gar die dritte mit Johann Philipp Krauth
(1778-1836), der auch der “Flößerkönig” genannt wurde, aus. Aus der ehemaligen
Sägemühle wurde ein Sägewerk, die Firmenbezeichnung war dann “Krauth & Co”
Die günstige
Weiterentwicklung führte dazu, dass das Werksgelände zuletzt 10 ha umfasste.
Neben dem Rotenbachwerk gehörten die “Eisenfurt” in Neuenbürg sowie die “Untere”
und “Obere Mühle” in Höfen zum Unternehmen. Das angelieferte Rundholz wurde von
Bauholz, Spundbohlen bis zum Parkett verarbeitet. Die Werksiedlung umfasste
sogar eine eigene Schule. 1950 galt das Unternehmen als das größte Sägewerk in
Württemberg.
In den 1960iger
Jahren kippte die Wachstumkonjunktur der 1950er Jahre. Für die Firma Krauth
erwies sich die Verzettelung der verschiedenen Produktionsstandorte als sehr
nachteilig und geriet in eine Kriese. Zunächst wurde 1962 das Sägewerk
stillgelegt. Kistenfabrikation und Parketterie folgten. Der Betrieb auf der
“Oberen Mühle” in Höfen wurde eingestellt und der auf der “Unteren Mühle” war
schon vor längerer Zeit eingestellt worden. Unglücklicherweise ist das Sägewerk
noch abgebrannt.
Heute ist die
Firma “Krauth GmbH & Co KG eine Vermögensverwaltung über Vermietung,
Verpachtung der eigenen Grundstücke, Gebäude und Wohnungen. 22.000 m² Freilagerfläche
und Lagerkapazitäten von 17.000 m² in geschlossenen, teilweise beheizten Hallen.
Strom wird durch das eigene Kraftwerk gewonnen.
| Neuenbürg Krauth & Co |


