Freitag, 6. Februar 2026

Was verbirgt sich hinter St Maria Magdalena in Tiefenbronn?


Tiefenbronn südlich von Pforzheim am Übergang des Schwarzwalds zum Oberen Gäu gelegen mit seinem gut 6.000 Einwohnern im Enzkreis ist bekannt für seine Kirche.

Die eher unscheinbar wirkende gotische katholische Pfarrkirche St Maria Magdalena in Tiefenbronn beherbergt bedeutende Kunstschätze.

St Maria Magdalena ist eine Schenkungskirche, die in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmalig mit dem Ort erwähnt wird. Fromme Stiftungen in den Jahren 1347 und 1395 bezeugen das alte Marienpatrozinium der Tiefenbronner Kirche mit ihren Wallfahrten. 1621 wird erstmals statt der Jungfrau Maria das Patrozinium der hl Maria Magdalena (Patrozinium 22.7.) genannt, das 1683 päpstlich bestätigt wurde.

Die Kirche beherbergt fünf spätgotische Altäre: Der Hochaltar von Hans Schüchlin (1469) ist eine der bedeutendsten Flügelaltären Südwestdeutschlands. Der geöffnete Altar zeigt alle wichtigen Szenen aus der Passions- und Ostergeschichte. Das große Retabel mit beidseitig bemalten Flügel, Predella und Gesprenge ist ikonographisch ein Marien- und Passionsaltar. Der Magdalenenaltar von Lucas Moser (1431/32) an der Stirnseite des rechten Seitenschiffes ist dem Thema Reue-, Buße-Umkehr gewidmet, exemplarisch dargelegt am Schicksal der hl Maria Magdalena. Die Tafelbilder zeigen im oberen Bereich das Gastmahl und die schöne Sünderin, links die Irrfahrt auf dem Meer, mittig die Rettung und Mission in der Heidenstadt, rechts die letzte Kommunion und unten die fünf klugen und die fünf törichten Jungfrauen. Der Altar ist ein Hauptwerk der deutschen Tafelmalerei des 15. Jahrhunderts von europäischem Rang. Daneben gib es den Muttergottes-Altar (1517) im nördlichen, den Kreuzaltar (1524) im südlichen Seitenschiff und den Familien-Altar (1520) unter der Orgelempore.

Drei Altärewand-Gemälde (1400) an der Stirnseite des Langhauses. Daneben gibt es in der Kirche wunderschön erhaltene Glasfenster (um 1370 in Straßburg entstanden) mit Szenen aus dem Marienleben, Maria und Maria Magdalena, die Patroninnen dieser Kirche sind als zwei Stein-Skulpturen von etwa 1350 vertreten, einer wertvollen Turmmonstranz (um 1500) im Chorraum, einem eindrucksvollen Chorgestühl (um 1500) und einen wertvollen Sakristeischrank von 1464.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche schwer beschädigt. Von 1947 – 1951 wurde das Kircheninnere umfassend renoviert.

Magdalenenaltar