Freitag, 20. Februar 2026

Was verbirgt sich hinter der Schwarzwälder Handels- und Poststraße?


Diese führte von Frankfurt und Straßburg über Offenburg, Hausach, Hornberg, Villingen und Donaueschingen nach Schaffhausen, München und Konstanz und ist heute als B 33 über Triberg und St Georgen eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen über den Schwarzwald.

 

Der frühere Straßenbau vermied alle engen schluchtenartigen Täler mit reißenden Gebirgsbächen, weil diese bei jedem Hochwasser die Straße aufrissen. Deswegen wurden damals die Straßen möglichst gerade auf und ab über Berg und Tal gebaut. Das offene Kinzigtal lud zwar den Reisenden ein, aber beim Aufstieg auf die Baar oder dem oberen Neckarland schickt es den Ahnungslosen auf einsame Pfade, um die manch lichtscheues Gesindel beutegierig lauerte.

 

Die Personenbeförderung über den Schwarzwald wurde ab 1700 vom Kronenwirt in Schaffhausen übernommen. Er fuhr alle 10 Tage mit der Kutsche über den Schwarzwald nach Frankfurt. 1742 wird ein reitender Briefpostkurs von Augsburg über Ulm durch das Höllental bis Freiburg eingerichtet. Stimmen, die eine Postlinie durch das Kinzigtal forderten wurden überhört. Erst 1752 wurde die Strecke festgelegt: Die damalige Straßenführung über Hornberg (358 m), das offene Reichenbachtal mit bis zu 15% Steigung zur Benzebene (900 m), fällt mit 10% Gefälle hinab nach Krummschiltach (775 m), mit 15% Steigung zum Brogen (895 m) hinauf nach Peterzell und Villingen. Zusätzlich wurden auf dem Weg von Offenburg bis Villingen 6 verschieden Territorien durchfahren: die freien Reichstädte Offenburg, Gengenbach und Zell, das Fürstlich Fürstenbergische Gebiet von Hausach, von Hornberg bis Peterzell württembergisches Gebiet und danach Vorderösterreich. Von Kehl bis Schaffhausen waren es sogar 12 Zollstationen. Zuerst waren es berittene Postillions, die die Verbindung aufrecht hielten, später wurde dann die mit 4 Pferden bespannte Postkutsche eingesetzt.

 

Zu jener Zeit waren die die Karrenwege bis Ende des 18. Jahrhunderts in einem erbärmlichen Zustand. Noch 1786 schickte der Posthalter Stölker von Haslach einen „Kontingentsoldaten“ zur Bewachung mit. Die Ordinaripost fuhr ab 1755 zweimal wöchentlich über den Schwarzwald. Thurn und Taxis schloss sich ebenfalls ab 1760 regelmäßig von Kehl nach München und zurück an.

 

Die damaligen Postwagen waren nicht sonderlich bequem. Sie hatten keine Federn sondern die Bänke hingen in Lederriemen. Wegen der enormen Steigungen im Reichenbachbachtal gab es in Krummschiltach eine Posthalterei, die bis zu 40 Pferden für den notwendigen Vorspann bereithielt. Der Posthalter von Gengenbach verriet: „Wer einmal die Strecke mitgefahren ist, kommt nie wieder.“ Vor allem im Winter mit seinen Schneeverwehungen benötigte ein Postwagen für die wenigen Kilometer von Hornberg nach Krummschiltach 8 Stunden.

 

Erst 1836 wurde die wichtige Poststraße aufgegeben und 1836 bis 1839 die neue Trasse der der heutigen B 33 über Triberg und St Georgen gebaut. Dies insbesondere da Triberg und St Georgen als Uhrenzentren nur über Karrenwege zu erreichen waren.

 

Mit dem Bau der neuen Straße war die alte Straße im Reichenbachtal leer und tot. Der letzte Posthalter in Krummschiltach verkaufte seine Posthalterei und kaufte in St Georgen die Post. Hier hielten wiederum die Postkutschen, um nach dem Aufstieg die Pferde zu wechseln.