Die Spielbank in Baden-Baden wurde nach dem Vorbild französischer Schlösser erbaut und 1855 mit viel Pomp eingeweiht. Gleichzeitig übernahm ein unternehmungslustiger Mann von Welt, Edouard Bénazet, als Pächter die Spielbank. Er machte sich Gedanken, wie er verstärkt reiche und illustre Gäste in das Weltbad Baden-Baden bringe könne: Pferderennen nach englischem und französischem Muster sollten ein extravagantes Vergnügen für die erlauchte Gesellschaft sein.
Ein geeigneter Platz wurde im Dorf Iffezheim gefunden, und Eduard Bénazet stellte 300.000 Francs zur Verfügung. Nach zwei Jahren war es soweit, Gelände war mühevoll planiert und an der Westseite drei Pavillons erbaut. Einer war für die fürstlichen Familien, einer für geeignete Personen wie geladene Gäste, Clubmitglieder, Pferdebesitzer Reiter und Presse und der dritte für die Zuschauer höheren Ranges gedacht.
1858 wurde die Pferderennbahn mit dem „Preis von Schloß Favorite“ eröffnet. Am zweiten Tag erfolgte das mit 14.000 Goldfrancs dotierte Hauptrennen „Großer Preis von Baden-Baden“. Sieben französische und ein deutschen Pferd waren am Start. Das zeigte deutlich, wer in Baden-Baden das Sagen hatte. Die bedeutendste französische Gesellschaftsschicht beherrschte damals Rennen, Spielbank sowie die ganze Stadt. Baden-Baden wurde damals als Vorort von Paris bezeichnet.
Die Glanzzeit der Franzosen in Baden-Baden war mit dem 1870/71er Krieg vorbei. Sie schickten keine Pferde mehr nach Iffezheim. Die Zeit wurde durch Armeerennen überbrückt. Zu allem Leidwesen verbot Bismarck das Glücksspiel, so dass die erheblichen Mittel der Spielbank fehlten. Die Iffezheimer Pferderennen wurden aber durch den „Internationalen Club“ –Reitsport begeisterte Adelige aus ganz Deutschland- gerettet und ein glänzender Aufstieg begann, der nur durch zwei Weltkriege unterbrochen wurde.
Ab 1921 wurden die Iffezheimer Rennen bürgerlicher und internationaler. Selbst die Franzosen kamen wieder. Selbst 1941, 42, 43 und 44 fanden Pferderennen statt. Die französische Besatzungsmacht beschlagnahmte die Bahn bis 1949 und führte Rennen für französische Offiziere und Unteroffiziere durch. Erst Ende des Jahres wurde die Pferderennbahn freigegeben.
Nach der Instandsetzung von Gebäude, Anlage und Gelände wurde 1951 die Pferderennbahn wieder eröffnet und 1958 das 100jährige Jubiläum trotz eines vernichtenden Unwetters mit vielen Schäden an Gebäude und Anlage gefeiert. Die Renntage in Iffezheim überstrahlten mittlerweile die anderen Rennveranstaltungen – selbst das Hamburger Derby hatte ein Nachsehen.
Von drei Tribünen: Der Bénazet-Tribüne erbaut 2014, Große Sattelplatz- und die Iffezheimer Tribüne erbaut 1890- können die Rennen verfolgt werden.
Mittlerweile veranstaltet die Galopprennbahn Baden-Baden in Iffezheim: Ein Frühjahrsmeeting im Mai/Juni, die Große Woche August September und das Sales & Racing Festival im Oktober. Diese Turniere machen Baden-Baden zum Internationalen Turfsport-Zentrum. Dreimal im Jahr fallen mehrere 10.000 Besucher über Iffezheimher. Nach den Rennen kehrt der Alltag wieder in das Dorf und bis auf einige Open-Air-Konzerte verfällt die Rennbahn wieder in einen Dornröschenschlaf bis zum nächsten Event.