Freitag, 29. Mai 2026

Was verbirgt sich hinter dem Feldberg - Teil 2?

Feldberg vomSchauinsland

Nach dem der 2. Weltkrieg beendet war, wurde natürlich der Feldberg von französischen Truppen, wie auch Hotels und Gaststätten, besetzt und erst nach Jahren freigegeben. Der Feldbergerhof wurde nach langwierigen Verhandlungen 1952 an den Besitzer zurückgegeben.

Langsam kam auch das Skifahren wieder auf. Den ersten Skilift auf dem Feldberg betrieb die französische Besatzungsmacht auf der Grafenmatt als Schlittenaufzug. Nur mit Mühen konnte die deutsche Behörden den Abbau der gefährlichen Anlage 1950 durchsetzen, da sie in keinster Weise den Vorschriften entsprach. 1951 wurde eine Schwebeseilbahn vom Feldbergerhof zum Bismarckdenkmal eingeweiht. 1952 kam ein Schlepplift auf der Grafenmatt dazu. Heute sind es 15 Lifte am Feldberg, die der Skifreizeit dienen.

Kaum hatten sich die Verhältnisse einigermaßen normalisiert, ging die Gemeinde Menzenschwand mit einem Gesuch 1950 an den damaligen badischen Staatspräsidenten Leo Wohlleb: Auflösung der Gemeinde Feldberg, da sie immer gegen diese Gründung waren und erhebliche Einbußen ohne entsprechenden Ausgleich gehabt hätten. Dem schlossen sich die Gemeinden Todtnau, St Wilhelm, Zastler und Bernau an. Allein Hinterzarten hielt sich zurück. Bis Mitte der 50er Jahre dauerten die Verhandlungen und Abfindungen bis die Zufriedenheit einkehrte, der Fortbestand der Gemeinde Feldberg gesichert war.

Mit geordneten Verhältnissen wurde auch wieder das traditionelle Viehhirtenfest auf den Hütten des Feldbergs gefeiert. 1945 hatten die Familie Kunz von der Todtnauer Hütte aus Dankbarkeit über die Heimkehr des Sohnes aus dem Krieg eine Waldkapelle, die Lautentiuskapelle, errichtet. Dort findet zum traditionellen Laurentiusfest am 10. August ein Feldgottesdienst mit dem Freiburger Erzbischofs statt.

Leider forderte auch die einstige Besatzungsmacht Unterstützung für sich. 1953 war eine 25x25 und 50 m hohe Richtfunkantenne der amerikanischen Sttreitkräfte neben dem Feldbergturm erbaut worden. Diese wurde 1968 durch zwei riesige “Ohren”, eine NATO-Radaranlage, ergänzt, mit der man weit in den Ostblock hineinhören konnte. Sie wurden 1998 abgebaut und das Gelände renaturiert.

1959 verkaufte der Schwarzwaldverein den Friedrich-Luise-Turm an die Bundesvermögensverwaltung. Diese baute einen neuen, dritten 45 m hohen Turm, der für Radio und Fernsehen durch den Südwestfunk genutzt wurde. Aber wegen den technischen Fortschritten wurde 2003 ein neuer 82 m hoher Stahlbetonturm jetzt aber auf dem Feldberg selbst gebaut. Der alte Turm wurde nicht abgerissen und an die Gemeinde Feldberg verkauft. Dieser wurde dem Tourismus erschlossen und erhielt im 11. Stock eine Aussichtsplattform.

Gott sei Dank wurde bis heute Gleitschirmfliegen und Windkraftanlagen auf dem Feldberggebiet verboten.

1935 bis 1939 waren im Feldberggebiet Gämsen ausgewildert worden. Ein Bestand von 250  Gämsen hat sich bis heute eingependelt. Allerdings hat sich die Gämse auch auf andere Gebietei m Schwarzwald ausgedehnt. So wurden auch Gämsen im Schrambergergebiet, im Wolftal, im Gebiet Rottweil, ja bis Raum Pforzheim gezählt. Seit 2012 wurde auch ein Wolf im Gebiet Hinterzarten/Feldberg nachgewiesen.

Freitag, 22. Mai 2026

Was verbirgt sich hinter dem Feldberg - Teil 1?

Feldberg vom Schauinsland

Der Namen “Feldberg” ist erstmalig 965 in der Klosterchronik von St Blasien als “Veltperch” zu finden. Ansiedlungen im Feldberggebiet waren 1130 beim Feldsee oder 1238 als Kloster im St Wilhelminer Tal zu finden. Ab dem frühen Mittelalter diente der Feldberg als ertrageiches Weidefeld. 1365 zahlte der Vogt von Todtnau einen Gulden für das Weiderecht. Im Laufe der Jahre bauten die umliegenden Gemeinden Viehhütten auf dem großen Rücken des Feldberges. So entstanden allmählich die Todtnauer, St Wilhelminer, Zastler, Baldenweger und Menzenschwander Hütte in der Einsamkeit des Berges. Begünstigt wurde der Weidebetrieb in jener Zeit durch den großen Holzverbrauchs des Bergbaus und vor allem der Glashütten. Vereinzelt verirrten sich auch Besucher auf den Feldberg, wie Fürstabt Gerbert von St Blasien 1783 in seiner Schrift “Historia Nigrae Silvae” verriet. In dieser beschrieb er nach der ersten Nacht, wie er und seine Begleiter mit “einer schleunigsten Flucht über den rauhen, jähen und steinigen Rücken des Berges zu fliehen hatten”.

Geordnete Besucherzahlen waren erst mit dem Bau eines Karrenweges 1848/49 von Todtnau, Zeiger, Bärental nach Altglashütten möglich. So kam zugleich die Überlegung der Feldberggemeinden auf, anlässlich der Vermählung des Großherzogenpaars in Erinnerung einen Turm zu bauen. 1858 stand der 12 m hohe “Friedrich-Luise-Turm”auf dem Gipfel. Damit war der Bann gebrochen:  1863 wurde mit dem Bau des Feldbergerhofs begonnen, dessen erster Pächter Augustin Mayer aus Menzenschwand war. Während der einsamen Wintermonaten auf dem Feldberg wird berichtet, dass er oft mit seinen beiden Bernhardiner Hunden unterwegs war, um Verirrte und Vermisste zu suchen.1864 wurde der Badische Schwarzwaldverein in Freiburg gegründet.1885 wurde eine neue Straße von Todtnau zum Feldberg gebaut, die erst 1934 eine Teerdecke erhielt! 1887 wurde die Höllentalbahn eingeweiht, so dass durch die verbesserte Infrastruktur die Sommerfrischler zunahmen. 1896 wurde ebenfalls auf dem Seebuck das Bismarck-Denkmal in Gedenken an den ehemaligen Reichskanzler Bismarck errichtet.

1891 wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen, denn der französische Diplomat Dr Pillet fuhr mit seinen Schneeschuhen auf dem Feldberg. Ein erschrockener Bauer fragte ihn, wo er das Fasnetskostüm wohl her habe. Damit war die Wintersaison eröffnet. In deren Folge entstanden weitere Gasthäuser: Hebelhof 1907, 1914 Jägermatt und 1924 das Caritas-Haus. 1913 war ein neuer 21 m hoher Turm wieder auf dem Seebuck des Feldbergs vom Schwarzwaldverein erbaut worden, nachdem Todtnau 1877 sich weigert hatte für die Reparaturkosten weiter gerade zu stehen. 1913 war zur Überraschung der Besucher Artur Faller mit einem Doppeldecker auf dem Feldberg gelandet. Glücklicherweise wurde der Expansion Einhalt geboten, denn 1937 wurde der Feldberg unter strengen Naturschutz gestellt.

Schwierig für die Entwicklung des Fremdenverkehrs auf dem Feldberg war, dass verschiedene Gemeinden hier zusammenstießen: Bernau, Brandenberg, Hinterzarten, Menzenschwand, St Wilhelm, Todtnau und Zastler. Was nur in Zeiten des 3. Reiches möglich war, geschah 1939. Mit einem Federstrich wurden den Gemeinden 805 ha Gelände -nämlich das Feldberggebiet- ohne zu fragen enteignet und die Gemeinde Feldberg aus der Taufe gehoben. Ansprüche der Gemeinden sollten später geregelt werden. Denn auf dem Feldberg sollte Großes entstehen. Eine 20 km lange Untertunnelung des Feldberges vom Wiesental bis zur Dreiseeenbahn mit einem unterirdischen Bahnhof bei der Menzenschwander Hütte, sollte die Voraussetzung für ein “St Moritz des Feldbergs” sein. Hotels, Sportsiedlungen mit Olympischen Dorf, Freibad, Eislaufstadition und Rathaus sollten den äußeren Rahmen geben. Der Zweite Weltkrieg brachte viel Leid und Zerstörung, aber wenigstens hat er diese gigantischen Pläne verhindert.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Was verbirgt sich hinter der Fürstlich Fürstenbergischen Glashütte Seebach?

Glasbläserei 1820

Die klassischen Glashütten zählten acht bis zehn Glasbläser, die pachteten von der Obrigkeit einen Bezirk Wald zum Ernten des Holzes, stellten Holzfäller, Schürer und Pottaschesieder an und entrichteten ihren Obolus immer gemeinsam. Aber jeder Glasbläser hatte seinen eigenen Ofen und vertrieb die Glaswaren über Glasträger auf eigene Rechnung. Später entwickelten sich auch Unternehmerglashütten. Die Glashütte vor Seebach sollte einzigartig im Schwarzwald eine Dienstleistungs-Glashütte werden.

Ausgangspunkt aller Überlegungen waren die riesigen Waldungen des Fürsten von Fürstenberg im Seebachtal und dem heutigen Glaswaldsee 5 km unterhalb von Bad Rippoldsau im Wolftal. Graf Albrecht zu Fürstenberg hatte der Stadt Straßburg 100.000 Klafter (300.000 m³) Brennholz angeboten aber keine Kaufzusage erhalten. Die Sorge der Verwendung des Holzes drückte den Grafen sehr. Außerdem hatte er zusätzlich Sorgen wegen der Verhältnisse in seinem „Sauerbrunnen“ in Rippoldsau. Hier bedurfte es einer ordnenden Hand. Vielleicht ließe sich beide Probleme miteinander lösen, überlegte der Wolfacher Oberamtmann Branz und verfolgte die Idee einer Glashütte vor Seebach. Ein lediger Glasbläser muss her, der auch die Tochter des Rippoldsauer Bademeister Jergen Schmidts heiratet, um diesen auch noch ersetzen zu können.

Branz fand schließlich einen jugendlichen Glasmacher namens Haug, dessen Eignung war zumindest nicht verheiratet zu sein. Mit diesem wanderte er 1587 das Seebachtal hinauf, um dessen Eignung zur Herrichtung eine Glashütte zu erkunden. Denn so könnten „hauß und güeter nit in fremde händ kommen“. Aber Haug erklärte dem Oberamtmann, „es sey viel zu winterlich und das Tdall auch zu eng; er besorg, man wirde auch mangel an sandt haben. Holz sey sonst genuog vorhanden“.  Ob der Eindruck von Jergen Schmidts Tochter auch das Urteil des jungen Glasmachers beeinflusst hatte, ist nicht überliefert. Auf jeden Fall wurde die Idee einer Glashütte für die Botteln des Sauerbads nicht mehr aufgegeben.

Erst 100 Jahre später erzählen die Akten wieder was über die Glashütte vor Seebach. Wie erwartet erwiesen sich die Arbeitsmöglichkeiten als ungünstig, so dass der damalige Glasmacher sich mit seinen Klagen an den Grafen Maximilian Franz in Stühlingen wandte. Die Holzversorgung war so schlecht, dass der Graf 1681 die Saumseligkeit des Hüttenmeisters  Peter Schmidt für die Beschaffung der nötigsten Roh- und Betriebsstoffe rüffelte und auch die Bereitschaft des Wolfacher Oberamts tadelte, der Hütte die nötigen Holzarbeiter zur Verfügung zu stellen.

Um alle Probleme zu lösen und um die Ertragskraft schlesischer Glashütten zu erreichen, wurde 1681 ein einzigartiger Dienstleistungsvertrag mit dem Glasmacher Johann Sigmund von Ellwangen geschlossen. Er wurde zum Glasschreiber für vier Stände der Seebacher Glashütte bestellt und war durch einen Eid an den Landesherrn gebunden. Meister wie Helfer waren allesamt Angestellte des Grafen und mussten ihren Erlös abgeben. Als jährliche Besoldung erhielt Johann Sigmund neben der Wohnung und Besoldung fünfzig Gulden und Korn von  der Wolfacher Schaffnei. Diese Organisationsform sollte 3 Jahre halten und war dem Bergbaubetrieb nachgebildet.

Nach dem Tode des Grafen verpachtete seine Frau die Glashütte 1684 an den Physikus der Herrschaft Kinzigtal, Dr Chorhummel und Johann Vogt aus Wolfach. Die Pacht sollte bis Ende 1687 dauern. Die Lösung die Glashütte an Unternehmer zu verpachten kann nicht lukrativ gewesen sein. Aus Unterlagen geht hervor, dass die Glasmacher Thomas Sigwarth und Samuel Staadler die Hütte für nur 30 Gulden Jahreszins gepachtet hatten. Wie lange die Hütte noch nach 1688 in Betrieb war ist nicht bekannt. Ein erneuter Versuch 1795 eine neue Hütte zu gründen, wurde auf Grund der gemachten Erfahrungen vom Fürsten abgelehnt.

Schwarzwälder Flaschen Museum Triberg

Freitag, 8. Mai 2026

Was verbirgt sich hinter der Plotzsäge von Bad Herrenalb?

Plotzsäge Bad Herrenalb

Im Schwarzwald war in früher Zeit nur die Plotz- bzw Klopfsäge bis 1840 bekannt Sie war billig in der Herstellung, da nur das Sägeblatt aus Metall war. Wasserkraft war ja genügend vorhanden.

Mit dem Wasserrad a dreht sich auch der Wellenbaum, der hier zwei Nocken c und d trägt. Sie werfen das Gatter e nacheinander nach oben; beim Zurückfallen in Folge der Schwerkraft geschieht der Sägeschnitt. Die Ruten f fangen dabei das herabfallende Gatter elastisch auf. Das Gewicht des schweren Gatters übernehmen zum Teil die Langbäume g. Beim Aufschlagen des Gatters auf die Ruten entsteht ein weithin schallendes Geräusch: Auf schwäbisch “plotzen” oder alemannisch “klopfen”. Daher der Name für den Sägetyp.

Als eine der ältesten Sägemühlen im Schwarzwald ist die Plotzsäge Bad Herrenalb mit einem 6 m oberschlächtigen Wasserrad im heutigen Loffenau anzusehen. Ursprünglich wurde sie im 13. Jahrhundert gebaut und befand sich im Besitz der Ebensteiner als Lehen des Bistums Speyer und kam 1297 an das Kloster Herrenalb. Im alten Lagebuch des Klosters Herrenalb, “der Erneuerung des Burarizins” von 1508 wird sie zum Dorf Loffenau gehörig an der obersten Alb im Gaistal aufgezählt. Denn von diesem Zeitpunkt bis 1582 hatte das Kloster sie an die Bewohner von Loffenau verliehen. Danach kam sie lehensweise an Gernsbacher Schiffer, darunter der Murgschiffer Jakob Kast. Krieg, Verwüstung und Pest verhinderten von 1634 bis 1671 einen Zinsertrag. 1697 brannte die Plotzsäge ab und wurde im gleichen Jahr wieder nach technisch neuestem Stand mit einem Hochgang, einem Kammradgetriebe sowie eisernen Wellen und Beschlägen aufgebaut.

Seit 1880 befindet sich in einem Teil des Gebäudekomplexes ein Waldgasthaus betrieben durch die Familie Kübler in 10. Generation. Die ersten 5 Generationen waren noch als Holzsäger tätig. Das noch vorhanden Holzsägewerk wurde 1699 erstellt und bis heute im Original funktionsfähig erhalten. Insgesamt rund 800 Jahre an einem Standort.

Im Löffeltal zwischen Hnterzarten und Höllsteig steht ebenfalls eine wieder 1982 in Gang gesetzte Klopfsäge. Sie ist 1828 vom Klingenhof damals gebaut worden. Allerdings stand schon 1640 im oberen Löffeltal die erste Klopfsäge. Sie gehörte zum damaligen Rößlehof.

Als mit der Säkularisierung 1806 der Müllbann des Klosters St Blasien aufgehoben wurde, wurde im oberen Wiesental in Fröhnd eine Klopfsäge gebaut. Sie war noch bis 1956 zum Einschneiden von Holz in Betrieb. Durch Initiative der Fröhnder Freunde konnte die Säge bis heute funktionsfähig erhalten werden und wurde nicht wie geplant abgerissen. Sie ist die einzige funktionsfähige Klopfsägei m Schwarzwald, die noch an ihrem ursprünglichen Standort geblieben ist.

Es gibt noch eine funktionsfähige Klopfsäge im Gutacher Freilichtmuseum “Vogtsbauernhof” zu besichtigen, die aber nicht an ihrem ursprünglichen Standort steht.



Freitag, 1. Mai 2026

Was verbirgt sich hinter den Schwarzwälder Klöster mit der französischen Revolution?

Kloster St Blasien 1874

Vor 1789 glaubte man, dass in den Schwarzwälder Klöster die Welt noch in Ordnung gewesen sei. Die Mönche pflegten das Gebet und Gesang, forschten, lehrten und widmeten sich der Wissenschaft. Überall entstanden im 18. Jahrhundert Neubauten der Klöster, ohne dass diese notwendig gewesen wären. Die neuen Klosterbauten St Trudpert, St Peter, St Blasien, St Märgen, St Ulrich, Tennenbach, Gengenbach, Ettenheimmüster, Lichtental und Frauenalb sahen wie Schlösser aus, wurden aber zu Ehren Gottes gebaut. Dabei dienten sie der Hofhaltung der Äbte wie weltliche Herrscher und dementsprechend wurde getafelt. In St Blasien tranken sie aus silbernen und vergoldeten Bechern, der Abt von St Trudpert ging zur Jagd, der von St Peter trug eine Bibliothek wie ein Herrscher zusammen.

Mit Beginn der französischen Revolution 1789 gelangten auch auf den Schwarzwald bald die Schockwellen. Die Äbtissin von Frauenalb benötigte militärische Hilfe, um ihre Untertanen zu besänftigen. Ebenso in Ettenheimmünster begehrten die Untertanen gegen den Krummstab auf. Vor den Toren des Klosters Allerheiligen zogen bewaffnete Bauern auf. Auf dem Hotzenwald waren die Salpeterer zwischen 1727 und 1755 in drei Kriegen schon gegen das Kloster St Blasien gezogen und nur brutale Gewalt des Hofes in Wien stellte die Ordnung wieder her. Die Welt der Klöster war in Unordnung geraten. Verschlimmert wurde es in Vorderösterreich durch die Reformen der Klöster von Kaiser Joseph II: Klöster ohne Erziehungsauftrag sollten aufgelöst werden. So berichtet der Abt von St Peter 1782, dass die Klarissinnen zu Freiburg ihre weltlichen Kleider anziehen und das Kloster verlassen müssen. Die Kartäuser laufen schon lange mit Perücken und Weltkleider herum. Aber der Riss reichte mitten in die Klöster hinein. In den Konventen machten sich Unruhen bereit, denn die Gerüchte, dass die Klöster aufgelöst werden würden, machten sich breit.

Die ohnehin vorhandene Spaltung wurde durch die vielen französischen Flüchtlingen verstärkt, da diese in den rechtsrheinischen Klöstern Zuflucht suchten. So berichtete Abt Speckle, dass es in Freiburg nur so von Emigranten wimmelte. Der größere Teil diente nicht der Sittenverbesserung. Die Geistlichen sind Müßiggänger, die übrigen behaupteten noch ihren Adelsstolz mit all den negativen Begleiterscheinungen. Im Kloster Ettenheimmünster, das zum Bistum Straßburg gehörte, sammelten sich neben Soldaten und Seminaristen auch Benediktiner  aus den elsässischen Klöstern. Zu allem kam 1790 noch Kardinal von Rohan, Fürstbischof von Straßburg, mit Sack, Pack und Gefolge, weil er in Straßburg nicht mehr sicher war.

Viele Mönche verließen in damaliger Zeit ihre Klöster und liefen zur Revolution über. Ein Grund war sicherlich, dass manche Mönche sich mit dem Orden, dem sie angehörten, innerlich sich nicht mehr identifizierten. Sie waren nur dem Kloster beigetreten, das ihnen eine sonst ganz unerreichbare Bildung und Stellung bot. Die Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Orden konnte leicht in Ablehnung umschlagen, wenn man sah, wie oft der arme Mann ausgenutzt wurde.

So war es wohl die Französische Revolution in den Schwarzwälder Klöster die Klärungs- und Entscheidungsprozesse beschleunigte, die ohnehin längst fällig waren. Im Kloster zu bleiben lohnte sich nicht mehr, denn der Reichsdeputationsausschuss machte mit den Klöstern kurzen Prozess, in dem er sie säkularisierte. Baden war sicherlich ein Hauptgewinner an Land, Leuten, Geld von den katholischen Bistümer, Stifte und Klöster.

Mit großer Verbitterung und Trauer sah Abt Speckle, dass die Mitbrüder ihn bei der ersten Gelegenheit verlassen hatten., dass selbst die, die im Kloster blieben, des klösterlichen Lebens überdrüssig waren. Keiner ging mehr mit zum Chorgebet, das einst im Mittelpunkt stand: “Ich bete die Metten ganz allein in der Stille auf dem oberen Chor“, so der verbitterte Abt.